Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76229.html    Veröffentlicht: 05.07.2010 11:57    Kurz-URL: https://glm.io/76229

Project M

Die Nasa will zum Mond - mit einem Roboter

Die Rückkehr des Menschen auf den Mond hat US-Präsident Barack Obama gestoppt. Die Nasa will aber dennoch auf den Erdtrabanten: Sie will Ende 2012 einen Roboter auf den Mond schicken.

Eine Rückkehr von Menschen auf den Mond hat Barack Obama Anfang des Jahres abgesagt. Der US-Präsident bevorzugt weiter entfernte Reiseziele: Er will möglichst noch zu seinen Lebzeiten Menschen auf den Mars bringen. Die US-Raumfahrtbehörde erwägt dennoch einen Flug zum Mond: Sie will einen humanoiden Roboter dorthin schicken - und das in weniger als drei Jahren.

Roboter auf den Mond

Project M nennt die Nasa den Plan, innerhalb von 1.000 Tagen einen humanoiden Roboter auf den Mond zu schicken - der Buchstabe M spielt auf Mille, das lateinische Wort für 1.000, an. Das Konzept sieht vor, eine zweistufige Rakete in den Orbit zu schießen. Von dort soll ein Landefahrzeug den Roboter auf den Mond bringen.

Dort soll der Roboter, so die Vorstellungen der Nasa, aus dem Landefahrzeug aussteigen, herumlaufen und "eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen". Darunter sollen technische Arbeiten wie "Instandhaltung und Aufbau" und wissenschaftliche Aufgaben sein, wie Proben zu nehmen oder Messungen mit "existierenden Sensoren am Roboter oder mit kleinen wissenschaftlichen Instrumenten" durchzuführen. Dabei wird der Roboter über WLAN Kontakt mit dem Landesfahrzeug halten. Das wiederum soll mit einer hochauflösenden 3D-Kamera ausgestattet werden, die den Roboter bei seinen Ausflügen beobachtet.

Roboter und Landefahrzeug

Die nötigen Komponenten sind praktisch vorhanden: Das Landefahrzeug, das mit flüssigem Methan und flüssigem Sauerstoff angetrieben wird, hat die Nasa kürzlich getestet. Passagier wird der von der Nasa zusammen mit General Motors entwickelte Robonaut 2 (R2) sein. Seinen ersten Weltraumeinsatz soll R2 noch in diesem Jahr absolvieren. Beine für den derzeit noch stationären Roboter sind in der Entwicklung.

Ein US-Unternehmen arbeitet derzeit an einer 3D-Kamera für Weltraummissionen, die Ende des Jahres fertig sein soll. Damit soll der Marsrover Curiosity ausgerüstet werden, der im Herbst 2011 zum Mars starten soll. Für die Entwicklung der 3D-Kamera hatte sich der US-Regisseur James Cameron stark gemacht.

Die Nasa ist nicht die einzige Organisation, die Roboter auf den Mond schicken will. Kürzlich hat die japanische Weltraumbehörde, die Japan Aerospace Exploration Agency (Jaxa), angekündigt, sie wolle auf dem Mond eine Basis für Roboter einrichten. Google und die X-Prize-Foundation haben vor einiger Zeit einen Wettbewerb für eine privaten Mondflug, den Google Lunar X-Prize, ausgeschrieben.

Konkurrenz zum Lunar-X-Prize?

Tatsächlich ähnelt die Beschreibung von Project M den Anforderungen des Google Lunar X-Prize. Der prämiert das Team, das es schafft, einen Roboter auf den Mond zu schießen. Der Roboter muss weich landen, sich mindestens 500 Meter von seinem Landeplatz wegbewegen und Bilder, Videos und Daten zur Erde senden. Das soll bis zum 31. Dezember 2012 geschehen sein. Laut der Projektbeschreibung der Nasa ist der Starttermin für den Roboter für den 19. Dezember 2012 anberaumt.  (wp)


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