Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76187.html    Veröffentlicht: 02.07.2010 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/76187

Spieletest

Transformers bitten um Wiedergutmachung

Auch Roboter haben Schuldgefühle: Nach uninspirierten Spielumsetzungen zu den letzten Transformers-Kinofilmen war Activision um Wiedergutmachung bemüht - und präsentiert mit Kampf um Cybertron ein Spiel, das zwar ohne Filmpendant auskommen muss, aber spielerisch ernst zu nehmen ist.

Kampf um Cybertron erzählt die Frühgeschichte der Verwandlungsroboter und des Kampfes um ihren Heimatplaneten, der schließlich zu viel Verwüstung und Vertreibung der Autobots ins All und auf die Erde geführt hat. Das erbitterte Duell zwischen den guten Autobots und den vermeintlich bösen Decepticons nimmt hier im Grunde seinen Anfang - und kann vom Spieler auf beiden Seiten nachverfolgt werden, einige inhaltliche Überraschungen inklusive.

Kernstück sind die beiden Kampagnen: eine auf der Seite der Decepticons, eine für die Autobots. Jede Mission setzt von Beginn an auf kompromisslose, kaum durch Pausen unterbrochene Aktion: riesige Explosionen, in Außenleveln ebenso wie im Innern des Planeten. Die Szenerien der Roboterarmeen verlangen nach tatkräftigem Einsatz des Erinnerns an Gears Of War und sind sehr linear gestrickt. Wahlmöglichkeiten sind in der etwa zehn Stunden langen Kampagne rar. Je nach gesteuertem Transformer muss das eigene Vorgehen leicht angepasst werden; die auswählbaren Kampfroboter unterscheiden sich bei Panzerung, Agilität, aber auch bei Verwandlunsgformen und Spezialwaffen.

Der Verwandlungsvorgang erfolgt mit einem Knopfdruck - neben einem neuen Aussehen wird so auch der Zugang zu Extras wie Raketen, höherer Geschwindigkeit dank Fahrzeugform oder auch der Ausflug ins All ermöglicht. Ein Teil der Gefechte findet in der Luft statt, und die Raumschlachten gehören sogar zu den beeindruckendsten Momenten des Spiels.

Allein, zu zweit, zu dritt

Kampf um Cybertron setzt auf optionale Kooperation: Mit zwei Freunden kann die Kampagne zusammen online durchkämpft werden. Wer lieber solo agiert, bekommt zwei KI-Kollegen an die Seite gestellt, die ihre Aufgaben zufriedenstellend erledigen. Ebenfalls gelungen: Freunde können als Begleitung immer wieder beliebig ein- und aussteigen. Auch die Taktik kommt nicht zu kurz - im Dreierteam kann sich jeder Spieler auf eine Klasse spezialisieren und so das Maximum aus dem Gespann herausholen, um auch große Gegnerhorden gekonnt auszuschalten. Wer abseits der Hauptgeschichte online spielen will, bekommt noch typische Modi wie Deathmatch und Capture The Flag geboten, in denen dank Charakter-Weiterentwicklung die Motivation nicht nachlässt.

Beeindruckend ist auch die Technik: Dank aktueller Unreal-Engine sehen die Szenen im Weltall, auf der Planetenoberfläche oder in dunklen Gängen und Anlagen beeindruckend gut aus, der Detailgrad überzeugt fast ausnahmslos - auch wenn die Schauplätze nicht ohne Wiederholungen und Deja-vu-Momente auskommen. Trotz zahlloser Explosionen und viel Bewegung auf dem Bildschirm kommt es kaum zu sichtbaren Rucklern.

Transformers Kampf um Cybertron ist für Playstation 3, Xbox 360 und Windows-PC erhältlich, kostet etwa 60 Euro (Konsolen) beziehungsweise 50 Euro (PC) und hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit

Wiedergutmachung geglückt: Mit Kampf um Cybertron gelingt Activision mit zwar nicht sonderlich innovativer, aber packender Action eine Überraschung. Einen derart überzeugenden, sowohl spielerisch als auch technisch gelungenen Titel hatte wohl niemand erwartet. Tranformers-Anhänger dürfen begeistert sein, aber auch wer die wandlungsfähigen Roboter nicht kennt, bekommt viele gute Gründe geliefert, in den Kampf zu ziehen - alleine, aber auch im hervorragenden Dreier-Koop.  (tw)


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