Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/76053.html    Veröffentlicht: 28.06.2010 13:21    Kurz-URL: https://glm.io/76053

Copyright

ASCAP sammelt für Angriff auf Creative Commons

Die American Society of Composers, Authors and Publishers (ASCAP) will bei ihren Mitgliedern Spenden sammeln, um gegen Organisationen wie Creative Commons oder die Electronic Frontier Foundation vorzugehen. Die ASCAP sieht durch die Organisationen das Copyright gefährdet.

Mit einem Spendenaufruf an ihre Mitglieder will sich die American Society of Composers, Authors and Publishers (ASCAP) für einen Angriff auf Organisationen rüsten, die das sogenannte Copyleft propagieren. Dazu gründete die ASCAP den Legislative Fund for the Arts (ALFA). Die Spenden sollen dorthin fließen. Zu den vermeintlich gefährlichen Organisationen gehörten unter anderem die Electronic Frontier Foundation (EFF), Public Knowledge, die sich in den USA gegen die weitere Verschärfung des Copyrights einsetzt, und die gemeinnützige Gesellschaft Creative Commons (CC), die verschiedene Lizenzmodelle für Künstler ausgearbeitet hat.

Durch die Verbreitung des sogenannten Copylefts sei die Musik der Künstler gefährdet, die die Organisation vertritt, so die ASCAP. Unter dem Vorwand der Verteidigung der Konsumentenrechte würden sich Gruppen wie Creative Commons lediglich dafür einsetzen, dass Musik kostenlos sein müsste. Mit Spenden ab 5 US-Dollar soll die ALFA finanziert werden, die beispielsweise im US-Congress die Lobbyarbeit der ASCAP verstärken soll.

Zumindest Creative Commons hat bereits auf die Vorwürfe reagiert: Die Organisation habe nicht vor, das Copyright zu untergraben, sondern biete flexiblere Alternativen. Die CC-Lizenzierung lege in klarer Sprache dar, was der Konsument mit dem Werk anstellen kann. Ein Künstler könne sein Werk über CC komplett unter die Copyleft-Lizenz stellen oder aber das Werk nur teilweise freigeben. Wer seine Lizenzrechte vollkommen kontrollieren will, sollte auf die CC-Lizenz verzichten, so Eric Steuer, Sprecher der Organisation.

Die ASCAP wurde 1914 gegründet und vertrat bereits Künstler wie Irving Berlin, Louis Armstrong oder Jimi Hendrix. Das Pendant zur deutschen Gema kümmert sich um die Verwertungsrechte der Künstler, deren Musik in öffentlichen Aufführungen wiedergegeben wird. In den letzten Jahren machte die ASCAP mehrfach negative Schlagzeilen, als sie unter anderem in einem Prozess gegen ein New Yorker Pub den Musiker Bruce Springsteen ohne dessen Einwilligung als Kläger nannte oder Lizenzgebühren für die Verwendung von Klingeltönen erheben wollte.  (jt)


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