Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75970.html    Veröffentlicht: 23.06.2010 14:53    Kurz-URL: https://glm.io/75970

IBM

Crowdsourcing statt Festanstellung?

IBMs Konzern-Personalchef Tim Ringo hat mit öffentlichen Gedankenspielen über Crowdsourcing für Aufsehen gesorgt. Wenn 299.000 Mitarbeiter an Servicefirmen ausgelagert würden, ergäbe das große Einsparmöglichkeiten bei Sozialausgaben und Bürokosten, sagte Ringo in einem Interview.

IBMs oberster Personalchef Tim Ringo hat der Personal-Fachzeitschrift Personnel Today gesagt, dass der Konzern bis 2017 seine Belegschaft von derzeit 399.000 auf 100.000 Festangestellte verringern könnte. Die Menschen könnten nach dem Modell des Crowdsourcing für Dienstleister arbeiten und würden von IBM projektbezogen ausgeliehen, erklärte Ringo, der Global Leader bei IBMs Human Capital Management ist.

"Es gäbe keine Gebäudekosten, keine Renten und keine Kosten für das Gesundheitswesen, was enorme Einsparungen bedeutet", sagte Ringo. Auf die Frage, wie viele Festangestellte IBM im Jahr 2017 beschäftigen könnte, sagte Ringo: "100.000 Menschen. Ich denke, Crowdsourcing ist wirklich sehr bedeutend, dabei haben sie eine Kernbelegschaft, aber die überwiegende Mehrheit ist an Subunternehmen ausgelagert." IBM hätte dies aber bisher erst angedacht, nichts sei entschieden. Die 299.000 Arbeitsplätze würden nicht abgebaut, die Mitarbeiter würden bei den Auftragnehmern schließlich neu eingestellt.

Konzernsprecher dementiert

"Diese Aussagen sind aus der Luft gegriffen", widersprach ein IBM-Sprecher, ebenfalls gegenüber Personnel Today. Es gebe keine Planungen, in den kommenden sieben Jahren drei Viertel der Stammbelegschaft abzubauen. Die Aussagen Ringos seien reine Spekulationen über künftige Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt, die nicht auf Fakten basierten. Eine solche Überlegung widerspreche IBMs Unternehmensgeschichte, in den letzten acht Jahren sei die weltweite Belegschaft jährlich gewachsen.  (asa)


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