Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75897.html    Veröffentlicht: 19.06.2010 08:11    Kurz-URL: https://glm.io/75897

Civilization 5

Freie Sicht für Hexfeld-Generäle

"Civilization 4 war beinahe perfekt. Es ließ sich nicht mehr viel verbessern." Das sagen die Entwickler von Firaxis. Darum erklärten sie Golem.de auf der Branchenmesse E3, was sie in Civilization 5 nicht besser, sondern anders machen wollen, um die Serie erneut interessant für Rundenstrategen zu machen.

Das Erste, was Spielern an Civilization 5 auffallen wird, ist die lebendig wirkende Spielwelt. Flüsse, Bergketten und Täler verteilen sich organischer über die Kontinente als in früheren Teilen. Das wird in erster Linie durch den Umstieg von viereckigen Spielfeldern auf Hexfelder möglich.

Hexfelder haben laut Firaxis zwei entscheidende Vorteile. Erstens kommen Einheiten, die diagonal ziehen, nicht mehr schneller voran. Zweitens sind sie die Grundlage für das andere große Novum von Civilization 5: Es wird keine Einheitenstapel mehr geben. Es kann immer nur eine Einheit ein Feld besetzen. Somit fallen Truppenverbände, die geschlossen auf eine Stadt marschieren, weg. Städte werden einen eigenen Angriffs- und Verteidigungswert haben, der von gebauten Befestigungen und der Stadtgröße abhängig ist.

Kämpfe werden in offenem Terrain ausgefochten. Fernkampfeinheiten sollten gut geschützt hinter Nahkampfeinheiten bleiben, um aus sicherer Entfernung die Gegner zu schwächen. Insgesamt spielen sich die Kämpfe durch diese elementare Änderung taktischer und ähnlich wie in Nintendos Advance Wars oder Battle for Wesnoth. Allerdings stellt sich die Frage, ob bei vielen Einheiten das Ganze nicht zu langatmig wird. Mehrere Einheiten auf einmal gruppiert zu verschieben wird nämlich nicht mehr möglich sein.

Auch das Interface wurde überarbeitet. Firaxis hat viel aus der Entwicklung des zugänglicheren Civilization Revolution für Konsolen gelernt und blendet Schaltflächen aus, die Spieler nicht bei jedem Zug brauchen. Alle Menüs wirken entschlackt, übersichtlich und schlicht intelligent auf dem Bildschirm verteilt, ohne die Komplexität einzuschränken.

Barrierefrei für Modder

Findige Modder haben mit dem Editor aus Civilization 4 schon epische Szenarien, Kampagnen und Zivilisationen erschaffen. Das größte Problem war jedoch, Spielern die Inhalte zugänglich zu machen. Das fummelige Heraussuchen von spielenswerten Modifikationen aus Foren und Internetseiten über den Browser, eine Installation in den korrekten Systemordner - das alles hat bald ein Ende.

Civilization 5 wird eine Onlineplattform bieten, die direkt in das Hauptmenü integriert ist. Spieler können dort ihre selbst erstellten Inhalte kostenlos anbieten. Der Service erinnert ein wenig an Blizzards Pläne für das Battle.net.

Inhaltlich gibt es noch ein paar weitere Veränderungen. Zum Beispiel ist ein verbessertes Kultursystem geplant, bei dem Spieler durch das Verteilen von Kulturpunkten in einer Art Fähigkeitenbaum Boni erhalten. Auch Stadtstaaten feiern in Civ 5 eine Premiere. Die freien Städte stellen Forderungen an den Spieler und bieten zahlreiche Ressourcen und Einheiten als Gegenleistung an.

Civilization 5 soll am 21. September 2010 in den USA erscheinen. In Europa ist die Veröffentlichung für den 24. September 2010 geplant. Civ 5 erscheint ausschließlich auf PC und Mac.  (mw)


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