Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75889.html    Veröffentlicht: 18.06.2010 15:39    Kurz-URL: https://glm.io/75889

Kampf gegen Kinderpornografie

New Yorker Generalstaatsanwalt umwirbt soziale Netze

Andrew Cuomo, oberster Ankläger des US-Bundesstaates New York, hat eine Datenbank mit digitalen Signaturen von kinderpornografischen Bildern eingerichtet. Er will, dass soziale Netze und Tauschbörsen diese als Filter nutzen, um die Verbreitung dieses Materials zu verhindern.

Andrew Cuomo, Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates New York, hat eine Initiative zum Kampf gegen die Verbreitung von kinderpornografischen Bildern im Internet, vor allem in sozialen Netzen, gestartet. Cuomo will die Betreiber von sozialen Netzen und Tauschbörsen in seine Aktion einbeziehen. Facebook und Myspace haben ihre Mitarbeit zugesichert.

Datenbank als Filter

Cuomo hat eine Datenbank einrichten lassen, in der digitale Signaturen von rund 8.000 kinderpornografischen Fotos gespeichert sind, die Strafverfolger bei Ermittlungen sichergestellt haben. Soziale Netze und Tauschbörsen sollen, so Cuomos Plan, diese Datenbank als Filter einsetzen: Will ein Nutzer ein Foto einstellen, wird dieses analysiert und mit den Signaturen in der Datenbank verglichen. Gibt es Übereinstimmungen, werden die Bilder blockiert. "Um die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet zu verhindern, müssen wir wachsam und kreativ sein", erklärt Cuomo seinen Vorstoß.

Die Datenbank sei für die Betreiber "ein Werkzeug, ihre Angebote sicherer zu machen, und ich rufe alle sozialen Netze auf, sie unverzüglich zu nutzen", sagte der New Yorker Generalstaatsanwalt. Um seiner Aufforderung Nachdruck zu verleihen, hat er die Betreiber von 13 sozialen Netzen und Tauschbörsen angeschrieben, darunter Flickr, Friendster und Orkut. Facebook und Myspace haben bereits zugesagt, die Datenbank zu nutzen.

Datenbank soll wachsen

Betrieben wird die Datenbank vom Büro des Generalstaatsanwaltes und von der Division of Criminal Justice Services (DCJS), einer Strafverfolgungsbehörde des Bundesstaates. Sie soll im Laufe der Zeit erweitert werden, wenn die Strafverfolger neues Material sicherstellen.

Die Idee einer solchen Datenbank ist nicht neu: In Deutschland wird im Rahmen der Initiative White IT das Child Abuse Media Metainformation Network (Camnet) eingerichtet, eine vergleichbare Datenbank mit digitalen Fingerabdrücken von kinderpornografischem Material. Die Signaturen sollen Suchmaschinen, die das Netz ohnehin ständig indizieren, zur Verfügung gestellt werden. Finden sie dazu eine Entsprechung im Netz, wird der Fundort an eine Beschwerdestelle gemeldet, die die Löschung des Inhaltes einleitet.  (wp)


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