Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75872.html    Veröffentlicht: 18.06.2010 09:27    Kurz-URL: https://glm.io/75872

Homefront

Eltern statt Elitesoldaten

Wenn sie nicht koreanische Invasoren bekämpfen, kochen sie Marmelade ein und kümmern sich um die Kinder: In Homefront tritt der Spieler im Krieg mal nicht als Elitesoldat, sondern als kämpfender Zivilist an. Publisher THQ hat aber auch bei Red Faction Armageddon ein paar gute neue Ideen auf Lager.

Wahrscheinlich weiß es Nordkoreas Propagandaministerium nicht, aber ein paar US-Amerikanern spielt das aktuelle Säbelrasseln des asiatischen Regimes in die Hände - zumindest, wenn es in der Region nicht tatsächlich eskaliert: Publisher THQ konnte bei der Präsentation von Homefront auf aktuelle TV-Bilder unter anderem mit markigen Worten von US-Außenministerin Hillary Clinton zurückgreifen, die scheinbar schön gruselig auf das Spiel einstimmen. Denn darin überfällt das zwangsvereinigte Korea im Jahr 2027 Nordamerika - und zwar erfolgreich. Aufgabe des Spielers ist es, anstelle der zerschlagenen US-Army das Heimatland zu verteidigen.

Die ersten paar Minuten der auf der E3 vorgeführten Version sind betont friedlich: Ein paar wie Hippies wirkende Zivilisten kümmern sich um ihre Kinder, kochen im Garten Marmelade ein und melken Ziegen. Die Vorstadtsiedlung, in der das alles geschieht, ist allerdings ein weiträumig ausgebranntes Trümmerfeld...

Dann zeigten die Entwickler der Kaos Studios eine Szene, die später im Spiel stattfindet und die einen Vorgeschmack darauf gibt, warum Homefront interessant sein könnte: Eine junge Frau kämpft lange, sehr mühsam und völlig überfordert gegen einen koreanischen Soldaten - mit der Hau-drauf-Action eines Call of Duty hat das nichts gemein. Im Gegenteil: Die Figuren sind inklusive des Spielers letztlich ständig überfordert, kämpfen sich aber trotzdem voran. Im Spiel geschieht das dann bei Nacht auf dem von Feinden besetzten Parkplatz eines Einkaufszentrums.

Hölle und Mars

Erst bricht ein Van der Rebellen durch die Belagerungslinien, dann nimmt der Spieler per Scharfschützengewehr gegnerische Soldaten aufs Korn, und dann bricht endgültig die Hölle los: Ferngesteuerte Geschützroboterwagen brettern über den Platz, Phosphorbomben detonieren, überall ist Feuer, ständig passiert etwas - Homefront musste sich im Hinblick auf den Spektakelfaktor zumindest in dieser Szene nicht hinter Titeln wie Call of Duty oder Medal of Honor verstecken. Der Ego-Shooter erscheint für Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3 voraussichtlich Anfang 2011.

Etwas weniger wild geht es in Red Faction Armageddon zu: Das versetzt den Spieler erneut auf den Mars, allerdings unter die Oberfläche des roten Planeten, wo allerlei fiese Monster angreifen. Auf den ersten Blick erinnerte das Actionspiel während der Präsentation an Umsetzungen der Aliens-Filme - zum einen wegen der ekligen Krabbelgegner, zum anderen aufgrund des eingeblendeten Feindradars am Bildschirmrand.

Wirklich ungewöhnlich ist allerdings eine Waffe namens Nano Forge, mit der sich in Sekundenschnelle ein großer Teil der Umgebung zerstören, ergreifen und in Richtung Feind schleudern lässt - beispielsweise ein Baugerüst. Aber es geht auch umgekehrt: Mit dem Gerät lässt sich blitzschnell ein Teil der zerdepperten Welt wieder aufbauen. Die Entwickler haben beispielsweise einen kaputten Container von innen wieder vervollständigt, so dass der Held kurz geschützt war. Wie das im Detail funktioniert, wollen sie unter anderem auf der Gamescom 2010 in Köln zeigen. Red Faction Armageddon soll im März 2011 für Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3 auf den Markt kommen.  (ps)


Verwandte Artikel:
Spieletest: Red Faction Guerrilla - Freiheit light   
(12.06.2009, https://glm.io/67730 )
Spieletest UFC Undisputed 2010: Kämpfen bis aufs Blut   
(31.05.2010, https://glm.io/75453 )
Spielebranche: THQ Nordic kauft Koch Media für bis zu 121 Millionen Euro   
(14.02.2018, https://glm.io/132763 )
Red Faction 4: Armageddon statt Arbeitskampf   
(07.06.2010, https://glm.io/75602 )
THQ: Kleiner Gewinn statt 192 Millionen Dollar Verlust   
(04.02.2010, https://glm.io/72878 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/