Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75858.html    Veröffentlicht: 17.06.2010 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/75858

Spieletest Metal Gear Solid Peace Walker

Dschungel und Kalter Krieg für die Hosentasche

Kalter Krieg, dichter Dschungel und der Spieler mittendrin: Mit Metal Gear Solid Peace Walker versucht Hideo Kojima die Atmosphäre und den Umfang der stationären Metal-Gear-Solid-Titel auf die Playstation Portable zu transportieren - und ist damit beeindruckend erfolgreich.

Es geht zurück ins Jahr 1974: Der Ost-West-Konflikt tobt und Lateinamerika ist dabei von strategischer Wichtigkeit - schließlich könnten die hier stationierten Mittelstreckenraketen die USA erreichen. Diverse Agenten tummeln sich somit im dortigen Dschungel, und Naked Snake aka Big Boss ist mittendrin. Er muss die Neutralität Costa Ricas schützen, damit der Konflikt nicht eskaliert. Kenner der Metal-Gear-Reihe werden bemerken, wie sich mit Peace Walker eine weitere Lücke im Story-Universum der Reihe schließt - das Spiel setzt nach dem Ende von Metal Gear Solid 3: Snake Eater an.

Altbekanntes Spielprinzip

Das grundsätzliche Spielprinzip der Serie ist altbekannt: schleichen, lautlos agieren, Wachen von hinten mit Nahkampfaktionen überrumpeln, betäuben oder würgen und immer wieder neue Stützpunkte infiltrieren. Schusswaffen und andere explosive Extras sind da oft eher hinderlich - wer planlos drauflos stürmt, hat in der auf vorsichtiges und bedachtes Vorgehen setzenden Reihe wie gewohnt wenig Chancen auf einen erfolgreichen Missionsabschluss. Die pompösen Endgegner sind da allerdings ausgenommen - bei denen sind große Kaliber, Raketenwerfer oder auch mal stationäre Geschütze vonnöten. Das Missionsdesign unterscheidet sich allerdings von anderen MGS-Titeln und wurde deutlich an die Gegebenheiten des Handhelds angepasst.

Zwischendurchmissionen

Auffällig ist das vor allem bei der Missionslänge - meist sind die einzelnen Aufträge in einer halben Stunde zu erledigen. Peace Walker hat allerdings nicht nur einen Hauptstrang, dem der Spieler folgen kann: Nach dem anfänglichen Tutorial, das die Bedienung und den Einsatz der Kombos erklärt, gibt es diverse Spezialaufgaben, in denen dann etwa auch der Umgang mit den zahlreichen Waffen geprobt werden kann.

Punktesammeln im Dschungel

Snake sammelt im Spielverlauf Punkte, die dann in seinem Labor in die Entwicklung neuer Schießprügel oder Extras gesteckt werden können - und diese Extras sind dann im späteren Spielverlauf, in dem der Schwierigkeitsgrad gehörig anzieht, unbedingt vonnöten. Auch als Teammanager muss sich der Spieler beweisen: Er verfügt über mehrere Mitstreiter wie Forscher oder Sanitäter, die in verschiedenen Gruppen und Teams eingesetzt werden und ebenfalls bei Laune gehalten werden wollen.

Multiplayer unterwegs

Zusätzlich betont Peace Walker auch die Mehrspielerkomponente - vor allem der Koop-Modus ist gelungen, da das gemeinsame Schleichen und Infiltrieren immens viel taktischen Tiefgang bietet. Alle Haupt- und Nebenmissionen sowie das Teammanagement und die Forschungsoptionen zusammengenommen, kommt Peace Walker auf eine Spielzeit von fast 50 Stunden. Das ist für einen Handheld-Titel mehr als beachtlich. Zudem stimmt auch die Präsentation: Die Zwischensequenzen in Comicgrafik können der Klasse der PS3-Titel zwar nicht das Wasser reichen, die eigentliche Spielgrafik ist allerdings für PSP-Verhältnisse herausragend. Auch Atmosphäre und Storyverlauf lassen den Adrenalinpegel kaum sinken oder gar Langeweile aufkommen.

Metal Gear Solid Peace Walker ist ab sofort exklusiv für die PSP verfügbar, kostet etwa 40 Euro und hat eine USK-Einstufung ab 16 Jahren erhalten.

Fazit

Spannende Story, tolle Haupt- und Nebenmissionen, nahezu perfekte Präsentation: Peace Walker gehört nicht nur zu den besten PSP-Titeln überhaupt, sondern schafft es auch bravourös, das berühmte Metal-Gear-Solid-Spielprinzip auf der Handheld-Konsole weiterzuentwickeln. Einsteiger könnten aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades und der komplexen Geschichte Probleme haben, Fans und Kenner der Reihe hingegen müssen zugreifen. Designerlegende Hideo Kojima ist auch in diesem Fall seinem guten Ruf gerecht geworden.  (tw)


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