Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75722.html    Veröffentlicht: 11.06.2010 12:29    Kurz-URL: https://glm.io/75722

Interview

Microsoft will Open Source in Windows integrieren

James Utzschneider ist der neu ernannte Direktor für Open Source bei Microsoft. Beim Linuxtag 2010 erklärte er, wie seine Firma mit der Open-Source-Gemeinschaft zusammenarbeiten will. Hauptziel des Konzerns sei es, Open-Source-Lösungen in die Windows-Plattform zu integrieren.

Microsoft kommt laut Utzschneider vor allem den Wünschen seiner Kunden nach, denn sie wollen Open-Source-Software (OSS) mit und auf der Windows-Plattform einsetzen. Das sei der Hauptgrund für die verstärkte Zusammenarbeit mit der Open-Source-Community, sagte Utzschneider im Interview mit Golem.de.

Utzschneider präsentierte auf dem Linuxtag eine Untersuchung, laut derer von 433.000 Projekten auf dem Softwareportal Sourceforge mehr als 80 Prozent (350.000 Projekte) auch auf der Windows-Plattform lauffähig sind - ein Anstieg von 10 Prozent seit Anfang 2005. Unter den 25 populärsten Anwendungen sind es 23.

Kunden wollen Open Source auf Windows

Kunden, die die Windows-Plattform einsetzen, wollen auch auf quelloffene Software als Alternative zurückgreifen, so Utzschneider. Darunter seien zahlreiche webbasierte Anwendungen, etwa Wordpress oder Drupal. Deshalb arbeite Microsoft verstärkt an der Unterstützung von PHP sowohl in den Windows-Server-Versionen als auch in der Cloud-Plattform Azure.

Mehr Fokus auf Standards

Bei der Entwicklung und Umsetzung von Standards versprach Utzschneider intensivere Zusammenarbeit. Microsoft höre zu. Offene Dokumentenstandards seien nicht nur geplant, sondern würden auch umgesetzt.

Die Microsoft-eigene Webplattform Codeplex für Open-Source-Projekte bezeichnete er als erfolgreich. Jüngst habe sich dort das zehntausendste Projekt angemeldet. Auf Codeplex werden Open-Source-Projekte gesammelt, etwa das kürzlich veröffentlichte Werkzeug für Zugriffe auf Outlook-Dateien.

Open Source ist kein monolithisches Gebilde

Die Arbeit an Projekten für Eclipse schreite voran, sagte Utzschneider, etwa für die Entwicklung von Webapplikationen mit Silverlight. Mit den Eclipse-Tools für Windows Azure und Azure SDK für Java hatte Microsoft bereits Ende Oktober 2009 dafür gesorgt, dass die freie Entwicklungsumgebung Eclipse besser mit den eigenen Produkten zusammenarbeitete.

Mit Blick auf die künftige Zusammenarbeit mit der Open-Source-Gemeinschaft sagte Utzschneider, Microsoft könne viel von Open Source lernen und dieses Wissen innerhalb der Firma umsetzen, um für Kunden bessere Software zu entwickeln.  (jt)


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