Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75621.html    Veröffentlicht: 07.06.2010 18:13    Kurz-URL: https://glm.io/75621

Holographische Speicher

Die Hyper-CD mit 1 Petabyte - existiert sie oder nicht?

Seit über einem Jahrzehnt gelten holographische Speicher als ein Hoffnungsträger der Massenspeicher, bis zu einem breit eingesetzten Produkt hat es noch keiner geschafft. Nun hat ein rumänisches Startup eine Disc mit 1 Petabyte angekündigt - und gleich wieder einen Rückzieher gemacht.

Bereits 1999 hatte die sogenannte "Tesa-ROM" viel von sich reden gemacht: ein Speicher, der auf billigem Plastikfilm Gigabytes speichern sollte. Neben einigen Anwendungen zur Sicherung von Konsumprodukten gegen Diebstahl wurde daraus aber nicht die erwartete Revolution. Seitdem melden Forscher immer neue Rekorde bei der Datendichte der holographischen Speicher, massenhaft verkauft werden weiterhin beschreibbare Medien wie CDs, DVDs und Blu-rays, die dem WORM-Prinzip oder, seltener, dem MO-Verfahren entsprechen.

Vom rumänischen Unternehmen Storex kommt nun die nächste Holo-Ankündigung: Eine Million Gigabyte, und damit 1 Petabyte, soll die "Hyper-CD" speichern können. Ihre Abmessungen entsprechen dabei denen von gebräuchlichen Medien wie der DVD: 12 Zentimeter Durchmesser und 1,2 Millimeter Dicke. Gesehen hat diese Disc aber noch niemand, Bilder oder Details zur Technologie verrät die Storex-Webseite ebenfalls nicht.

Firmengründer Eugen Pavel ist ein renommierter rumänischer Wissenschaftler, der 1992 promovierte, mit dem üblichen Startup-Hype scheint sein Unternehmen nichts am Hut zu haben. Seit dem Jahr 2000 sammelt Pavel zahlreiche internationale Patente zu holographischen Speichern, drei in den USA bereits erteilte - das letzte von 2005 - listet Storex bisher auf.

Ende Mai 2010 wollte das Unternehmen jedoch auf der Konferenz "Optical Data Storage" der "Society of Photographic Instrumentation Engineers" (SPIE) seine Petabyte-Disc erstmals einem Fachpublikum vorstellen. Kurz vor Beginn der Konferenz wurde der Vortrag gestrichen, der Vermerk findet sich ohne Angaben von Gründen noch im Konferenzprogramm der SPIE.

Auch Storex führt den Vortrag immer noch auf seiner Webseite, eine Woche nach dem Ende der Veranstaltung - ob die holographischen Speicher für den Massenmarkt also endlich fit sind, darf bezweifelt werden. Mit General Electric hatte vor gut einem Jahr zwar auch ein großer Konzern Holo-Discs mit bis zu 500 GByte versprochen. Auch GE nannte aber keinen Termin dafür - seit über zehn Jahren sind die Holo-Speicher also im Forschungsstadium.  (nie)


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