Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75612.html    Veröffentlicht: 07.06.2010 14:06    Kurz-URL: https://glm.io/75612

Spieletest Split Second

Einstürzende Brückenbauten

Tempolimits und Verkehrsregeln sollen Leben retten - aber nicht in Split Second: In dem Rennspiel sorgen nur Vollgas und schnelle Reflexe dafür, dass sich der Fahrer rechtzeitig vor einstürzenden Brücken und ähnlichen Katastrophen in Sicherheit bringen kann.

Der Kampf um Einschaltquoten kennt keine Grenzen: In der (virtuellen) TV-Show Split Second müssen Rennfahrer sekundenschnell Entscheidungen treffen - um nicht von explodierenden Fässern, Lkws oder gar einstürzenden Kraftwerken in den Tod geschickt zu werden. Für den Spieler bedeutet das einen kontinuierlich hohen Adrenalinausstoß: Selten hatten Fahrfehler so explosive Konsequenzen wie hier. Die Idee mit der TV-Show gibt Split Second: Velocity eine Art Rahmenhandlung, denn der Spieler muss in diversen Staffeln - jede wird mit kurzen Videosequenzen eingeleitet - rasen, was das Zeug hält. Die eigentliche Action spielt sich allerdings auf der Straße ab - aber im Gegensatz zu anderen Rennspielen ist Reaktionsfähigkeit wichtiger als die Ideallinie.

Zwar gilt es auch in Split Second, ähnlich wie bei der Project-Gotham-Serie, durch gekonnte Drifts eine Energieleiste aufzuladen. Mit der werden allerdings keine Turbos gestartet, sondern Explosionen: Je höher die eigene Leiste gefüllt ist, desto massiver sind die sogenannten "Powerplays". Anfangs sorgen diese Powerplays etwa für kleinere Explosionen am Streckenrand - bei den richtig großen Manövern kann man damit ein Kernkraftwerk oder andere große Gebäude dem Erdboden gleichmachen.

Das Ziel all dieser Sprengungen ist, den Kontrahenten durch herumfliegende Trümmer oder Feuerbälle von der Strecke zu kegeln. Allerdings können bei unvorsichtigem Vorgehen auch die eigenen Erfolgschancen minimiert werden: Da im Gegensatz zu anderen Actionrasern wie Blur nicht direkt Waffen auf die Gegner gerichtet, sondern immer nur indirekt Sprengköpfe ausgelöst werden, gilt höchste Vorsicht, nicht selbst zum Opfer der herumfliegenden Bauteile, Bagger oder Brücken zu werden.

Spätere Rennen sind für Spezialisten

Für Abwechslung sorgen unterschiedliche Modi - neben (halbwegs) klassischen Rennen etwa Zeitfahrten, Zerstörungsrunden oder auch Geschicklichkeitsaufgaben, in denen es darum geht, Lkws und ihren herunterfallenden explosiven Fässern oder den von einem Hubschrauber abgefeuerten Raketen auszuweichen. Vor allem bei hoher Geschwindigkeit verlangt das ein gutes Auge und extrem schnelle Reaktionen - im späteren Spielverlauf zieht der Schwierigkeitsgrad massiv an, Fahrfehler haben dann verheerende Konsequenzen. Das liegt allerdings auch daran, dass die KI leider vorhersehbar ist - wer einen Fehler macht, wird meist gleich vom gesamten zusammenklebenden Fahrerfeld überholt.

Spieler rasen ebenso in der Großstadt wie auf abgesperrten Baustellen oder einem Flugplatz. Das Geschwindigkeitsgefühl ist trotz zahlloser und kontinuierlicher Explosionen sowie detailreichem Streckendesign meist überzeugend - auch im Splitscreen- und Onlinemodus. Die Fahrzeuge sind zwar keine lizenzierten Wagen, oftmals realen Vorbildern aber sehr ähnlich und fahrerisch auf Grund variabler Beschleunigungs- und Geschwindigkeitswerte abwechslungsreich zu bedienen. Insgesamt hätten ein paar zusätzliche Vehikel und Strecken dem Titel aber gutgetan.

Split Second: Velocity ist für Xbox 360, Playstation 3 und Windows-PC erhältlich und kostet etwa 50 Euro. Die PC-Fassung setzt mindestens eine CPU mit 2,6 GHz voraus, 1,0 GByte an RAM unter Windows XP und 1,5 GByte RAM unter Vista und 7. Außerdem muss eine Grafikkarte vorhanden sein, die über 256 MByte RAM verfügt und Shader Model 3.0 unterstützt. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit

Umfang und KI bieten noch Raum für Verbesserungen, insgesamt garantiert Split Second: Velocity aber beste Unterhaltung - tolle Kurse, beeindruckende Explosionen und riskante Fahrmanöver sorgen für einen kontinuierlich hohen Adrenalinspiegel. Wer etwas mehr Wert auf fahrerisches Können und das aktive Abfeuern von Waffen legt, ist beim fast zeitgleich erschienenen Blur zwar besser aufgehoben, eine Empfehlung hat sich das neue Spiel der Black Rock Studios trotzdem redlich verdient.  (tw)


Verwandte Artikel:
Into the Breach im Test: Strategiespaß im Quadrat   
(02.03.2018, https://glm.io/133111 )
Disney verrät Details über Epic Mickey   
(29.10.2009, https://glm.io/70822 )
Microsoft hebt Mindestauflösung bei Xbox-360-Spielen auf   
(03.09.2009, https://glm.io/69576 )
Burnout Paradise Remastered: Hochaufgelöste Wettrennen in Paradise City   
(21.02.2018, https://glm.io/132894 )
PUBG Mobile im Test: Chicken Dinner auf dem Smartphone   
(02.03.2018, https://glm.io/133052 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/