Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75586.html    Veröffentlicht: 04.06.2010 18:21    Kurz-URL: https://glm.io/75586

Street View

Google will WLAN-Daten aushändigen

Google-Chef Eric Schmidt hat in einem Interview angekündigt, dass sein Unternehmen die WLAN-Daten, die im Zuge des Street-View-Projekts aufgezeichnet wurden, Datenschützern zur Verfügung stellen wird.

Google will den Datenschützern in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien die Daten, die das Unternehmen im Rahmen des Street-View-Projekts aus offenen WLANs aufgezeichnet hat, zur Verfügung stellen. Das sagte Unternehmenschef Eric Schmidt der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times. Bisher hat Google die Daten mit Hinweis auf den Datenschutz zurückgehalten.

Google will aufklären

Schmidt sagte zu, das Unternehmen wolle die Angelegenheit aufklären. So soll die WLAN-Datenaufzeichnung durch eine externe Stelle geprüft werden. Die Ergebnisse sollen dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Außerdem will das Unternehmen selbst seine Maßnahmen zum Datenschutz prüfen. Auch diese Ergebnisse sollen veröffentlicht werden. Dem Programmierer, der die Software entwickelt hat, die die Daten mitgeschnitten hat, drohen disziplinarische Maßnahmen. Eine solche Software zu schreiben, sei "ein klarer Verstoß" gegen die Unternehmensregeln.

Der Google-Chef betonte, dass es sich bei der Aufzeichnung der Daten um ein Versehen gehandelt habe. Er gab zu, dass darunter auch vertrauliche Daten wie Bankdaten gewesen sein könnten. "Wir haben Mist gebaut. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel", sagte Schmidt. Jetzt müsse das Unternehmen alles offenlegen, denn Transparenz sei das beste Mittel, um das Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen.

WLANs aufgespürt

Kürzlich war bekannt geworden, dass Googles Fotofahrzeuge auf ihren Fahrten WLANs erfasst und dabei Daten aus offenen WLANs mitgeschnitten hatten. Das Unternehmen stellte anschließend nach eigenen Angaben die Fotofahrten ein.

Vor einigen Tagen hat Google dem Datenschutzbeauftragten Hamburgs, Johannes Caspar, ein Fotofahrzeug zur Überprüfung zur Verfügung gestellt. In Hamburg ermittelt zudem die Staatsanwaltschaft in dem Fall. Inzwischen ist ein Streit entbrannt, was mit den WLAN-Daten passieren soll. In einigen Ländern, darunter in Irland, löscht Google die Daten. Hamburgs oberster Datenschützer hingegen fordert, sie nicht zu löschen.  (wp)


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