Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75527.html    Veröffentlicht: 02.06.2010 18:05    Kurz-URL: https://glm.io/75527

DRAM-Trends aus Taiwan

Blinkende Speicherkühler und DDR3 über 2.500 MHz

DDR4 ist noch in weiter Ferne und die Preise für Speichermodule steigen kontinuierlich - da müssen sich die DRAM-Hersteller etwas einfallen lassen. Auf der Computex werden bei den für Übertakter vorgesehenen Riegeln alte Ideen wieder ausgegraben, aber auch neue Rekorde gesetzt.

Mit einem effektiven Takt von 2.333 MHz bei nur 1,65 Volt ist das neue Triple-Channel-Kit von Kingston nach Angaben des Herstellers das schnellste derartige Speicherpaket mit einer Zertifizierung von Intel (PDF). Durch den Test des Prozessorherstellers sollte es auch in X58-Mainboards mit dem hohen Takt stabil laufen.

Intel garantiert das Überleben des integrierten Speichercontrollers der Core-i-Prozessoren nur bei Spannungen bis 1,65 Volt, per JEDEC-Spezifikation sind für DDR3 sogar nur 1,5 Volt vorgesehen. Für P55-Mainboards gibt es von Kingston bereits seit März Dual-Channel-Kits, die bei gleicher Spannung sogar auf 2.400 MHz kommen. In beiden Fällen stellen sich die Mainboards über Intels XMP-Profile automatisch auf die Speicher ein.

Für derart hohe Takte bei geringen Spannungen - Übertaktungen von Hand sind längst in viel höhere Bereiche vorgestoßen - müssen die Speicherhersteller in der Regel die Latenzen anheben, so dass sich der vermeintliche Vorteil der hohen Frequenz fast egalisiert. Im Falle der neuen HyperX-Module von Kingston liegt die CAS-Latenz (CL) bei noch vertretbaren neun Takten. Die anderen Werte von insgesamt 9-11-9-27 sind jedoch im Vergleich zu den verbreiteten DDR3-1333-Modulen, die meist mit 9-9-9-24 arbeiten, recht hoch.

Dafür bieten die Übertaktermodule meist mehr Reserven für manuelle Eingriffe. Im Falle der aktuellen Kits von Kingston waren auf dem Gigabyte-Board GA-P55A-UD4P schon 2.544 MHz Speichertakt möglich, wie das Unternehmen in Taipeh zeigt. Das war bisher aber nur mit den Dual-Channel-Kits möglich, deren Latenzen dafür auf 9-11-10-31 angehoben werden mussten. Auch dabei wurden die 1,65 Volt eingehalten.

G.Skill mit kurzen Latenzen, Corsair blinkt

Speichertimings von G.Skill
Speichertimings von G.Skill
Bereits kurz vor der Computex hatte G.Skill seine neuen High-End-Module angekündigt, die bei ebenfalls 1,65 Volt auf immerhin 2.000 MHz effektiv kommen. Dabei sind die Latenzen dann mit 7-9-7-24 niedriger als bei Kingstons Produkten. G.Skill führte die Module auch im Quartett auf einem 890FX-Mainboard von Asus im Zusammenspiel mit AMDs 6-Kern-Prozessor Phenom II X6 vor. Damit ergeben sich 8 GByte DRAM mit hohem Takt, Kingstons Triple-Channel-Kit für Intel-Plattformen kommt maximal auf 6 GByte.

Corsair, einer der Pioniere der High-End-DRAMs, protzt derweil nicht mit neuen Taktrekorden - Triple-Channel-Kits hat das Unternehmen mit effektiv 2.000 MHz schon länger im Angebot. Statt mehr Takt gibt es zur Computex mehr 'Bling': Der Speicherkühler von Corsair ist jetzt beleuchtet. Das erinnert nicht nur an Module der Serien 'XMS Pro' und 'Xper', die das Unternehmen einige Jahre lang anbot, es erfüllt auch einen ähnlichen Zweck. Der Speicherkühler zeigt die direkt am Modul gemessene Temperatur an, was beim Ausloten von Maximalwerten für Takt und Spannung hilfreich ist.

Anders als die früheren Module, bei denen die LED-Anzeigen direkt auf dem Speicherriegel angebracht waren, stellt der 'Airflow Pro' getaufte Kühler nur in Balkensegmente die Parameter dar, nicht mehr den absoluten Wert in Ziffern. Nötig sind dafür Corsair-Module, deren Typenbezeichnung mit CMT oder CMP beginnt, sie bieten den nötigen Anschluss, um ihre Zustände an den Kühler zu übermitteln.

Preise und Liefertermine nannten G.Skill und Corsair für ihre Produkte noch nicht, für die Triple-Channel-Kits von Kingston gibt es immerhin Angaben in US-Dollar. Drei Module à 1 GByte kosten um 250 Dollar, für drei 2-GByte-Module sind rund 540 Dollar zu bezahlen. Dafür ist dann auch gleich ein Kühler ähnlich dem von Corsair enthalten, der aber nur Luft macht und kein Licht.  (nie)


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