Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1006/75489.html    Veröffentlicht: 01.06.2010 14:58    Kurz-URL: https://glm.io/75489

Foxconn

Apple will Arbeiter an Gewinn beteiligen (Update)

Apple setzt nach einem Medienbericht höhere Löhne für die chinesischen Arbeiter durch. Nach einer Reihe von Selbsttötungen bei Foxconn sollen die Fabrikarbeiter, die für Apple am Band stehen, mehr Geld bekommen.

Apple will, dass die Arbeiter bei Foxconn mehr Lohn erhalten. Das berichtet die chinesischsprachige IT-Nachrichtenseite Zhongguancun Online News, die die Interactive-Sparte des US-Fernsehsenders CBS betreibt, unter Berufung auf informierte Kreise. Danach hat Apple vereinbart, dass die Arbeiter, die für den US-Konzern tätig sind, direkt einen kleinen Anteil vom Gewinn bekommen, der mit den Produkten erzielt wird, die sie fertigen.

Apple gehe davon aus, dass die niedrigen Löhne, die der Auftragshersteller Foxconn den Arbeitern zahlt, ein Grund für die vielen Selbsttötungen in den chinesischen Fabriken sei, so der Bericht. Seit Jahresbeginn hat es zehn Selbsttötungen bei Arbeitern in den Foxconn-Fabriken gegeben. Drei weitere Menschen wurden nach Suizidversuchen gerettet. Foxconns chinesische Arbeiter verdienen den Mindestlohn von 900 Yuan (106 Euro) im Monat. Mit vielen Überstunden kommen sie auf 2.000 Yuan (235 Euro) im Monat. Apple hat Mindeststandards für seine Auftragshersteller aufgestellt. Danach gilt die 60-Stunden-Woche als Obergrenze und der Mindestlohn muss gezahlt werden.

Foxconn ist Auftragshersteller für Apple, Amazon, Dell, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Nintendo, Sony und andere. Ein Firmensprecher kündigte in der vergangenen Woche an, die Löhne der Arbeiter würden um 20 Prozent erhöht. Foxconn ist ein taiwanischer Konzern, der in seinen circa 20 Fabriken in China 800.000 bis 900.000 Menschen beschäftigt. Hon Hai Precision Industry ist der Mutterkonzern von Foxconn.

Hersteller wie Foxconn erzielen typischerweise 5 Prozent des Gewinns, den ihre Auftraggeber mit dem Verkauf der Produkte machen. Das erklärte Hu Xingdou, ein Ökonom beim Beijing Institute of Technology, der South China Morning Post. 2009 erzielte Hon Hai demnach 2,4 Milliarden US-Dollar Gewinn, ein Zuwachs um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nachtrag vom 02. Juni 2010, 13:39 Uhr:

Foxconn erhöht die Löhne um 30 Prozent. "Foxconn muss diese eher ungewöhnliche Maßnahme ergreifen, um einen weiteren Imageverlust zu verhindern", sagte der Finanzmanager und Analyst Sean Chen von Cathay Securities Investment Trust in Taipeh.  (asa)


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