Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1005/75413.html    Veröffentlicht: 28.05.2010 10:38    Kurz-URL: https://glm.io/75413

Bewegungssteuerung

"Project Natal wird scheitern"

Ein ehemaliger Manager von Microsoft hat sich kritisch zum Erfolg von Project Natal geäußert. Doch ein anderer Branchenvertreter macht einen Vorschlag, wie das Gerät attraktiv werden könnte.

Scot Bayless war als Studiochef bei Microsoft lange Jahre für den Flight Simulator zuständig, später war er an der Markteinführung der Xbox beteiligt. Jetzt hat er sich laut Industrygamers.com kritisch über die Erfolgsaussichten des Project Natal geäußert. Er habe schon 2008, als er die Bewegungssteuerung erstmals gesehen habe, nachgefragt, wann die Technologie in die Xbox 360 eingebaut werde. Als er darauf eine ausweichende Antwort erhalten habe - das System wird nach aktuellem Stand separat angeboten -, habe er spontan gesagt: "Dann werdet ihr damit scheitern".

Bayless, der in leitenden Funktionen auch bei Electronic Arts, Sega und Capcom gearbeitet hat, befürchtet, dass Geräte wie Project Natal für eine Fragmentierung des Spielemarktes sorgen. Sie bergen für Entwickler massive Risiken, weil sie zwar Millionen investieren sollen, aber einen Großteil des Marktes nicht mehr erreichen können. Die Folge: Die Unterstützung für das neue System durch tolle Software könnte nicht ausreichen.

Auf andere Art kritisch hat sich Ashley Cheng geäußert, der Entwickler bei Bethesda Studios ist. Er ist zwar von der Technologie begeistert, wünscht sich jedoch, dass Microsoft die APIs von Natal öffnet und jedem die Möglichkeit gibt, eigene Projekte für das System zu programmieren - ähnlich, wie es Apple mit iPhone und iPad gemacht hat.

Unterdessen deutet sich an, dass Project Natal möglicherweise nicht zum Killerpreis in den Handel kommt. Ende 2009 gab es noch Gerüchte, dass Microsoft das System hierzulande für rund 55 Euro anbieten will. Dafür sprach auch, dass wenig später vermeldet wurde, dass der Konzern aus Kostengründen einen der internen Prozessoren eingespart haben soll. Derzeit mehren sich allerdings Hinweise, dass Natal in den USA für rund 150 US-Dollar (120 Euro) auf den Markt kommt. Microsoft äußert sich zu dem Thema derzeit nicht: Mit offiziellen Informationen zum Preis, zum Veröffentlichungstermin und zum endgültigen Namen des "Projects" ist Mitte Juni 2010 auf der Spielemesse E3 in Los Angeles zu rechnen.  (ps)


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