Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1005/75284.html    Veröffentlicht: 21.05.2010 11:27    Kurz-URL: https://glm.io/75284

Mehr Hydra-Mainboards

MSI glaubt an die Fuzion von AMD und Nvidia

Trotz aller Probleme, die das erste Hydra-Mainboard hatte, will MSI weiterhin daran arbeiten, Grafikkarten von AMD und Nvidia frei zu kombinieren und damit gemeinsam rechnen zu lassen. Drei neue Mainboards und das Versprechen, häufiger neue Treiber zu veröffentlichen, sollen zeigen, dass MSI es mit dem Hydra-Chip von Lucid ernst meint.

Auf einer Vorabveranstaltung zur Computex kündigte MSI schon einmal drei weitere neue Mainboards mit Hydra-Chip an, die nach dem Mainboard mit Intels X58-Chipsatz Big Bang Fuzion X-Power folgen sollen. Dieser Chip und der dazugehörige Treiber ermöglichen es, Nvidia- und AMD-Grafikkarten vergleichsweise frei zu kombinieren. Eine Radeon HD rechnet also im Verbund mit einer Geforce an einem Bild. Selbst drei Grafikkarten lassen sich so zusammenschalten. Es ist auch möglich, Crossfire oder SLI freier einzusetzen. Beschränkungen der Chiphersteller fallen also größtenteils.

MSI gab ohne Umschweife zu, dass bisher der Treiber für den Hydra-Chip das größte Problem war. Mit annähernd monatlichen Veröffentlichungszyklen soll sich dies nun ändern. So sollen mittlerweile deutlich mehr populäre Spiele unterstützt werden, die in den Laboren der Hardwaretester bisher durchgefallen sind. Außerdem gibt es auch DirectX-11-Unterstützung. Geplant ist eine Leistungsverbesserung, sie soll mit der Treiberversion 1.6 kommen, zu der es pünktlich zur Computex eine Vorschau geben soll. Später ist sogar die Unterstützung von vier Grafikkarten angedacht.

Außerdem wird die installierte Hardwarebasis bei Nutzern mit drei weiteren und vor allem günstigeren Hauptplatinen verbreitert. Geplant sind noch namenlose Vertreter mit Intels P55-Chipsatz, AMDs Chipsatz 870+SB750 sowie die etwas günstigere Kombination 870+SB710. Nvidias SLI wird also auf AMD-basierten Systemen funktionieren.

Die Preise gibt MSI vorsichtig mit 159, 139 und 129 Euro an. Sie könnten günstiger ausfallen, das hängt aber vor allem vom Kurs des Euro ab, so der Hersteller. Konkrete Produktankündigungen gibt es erst zur Computex Anfang Juni 2010 in Taiwan.

Im Grafikkartenbereich plant MSI zudem, eine externe Grafikkartenlösung für Notebooks namens "GUS" zu zeigen, zu der noch nicht viel verraten wurde. Es handelt sich dabei um ein Expresscard-Interface, das PEG-Grafikkarten (PCIe x16) unterstützt und auch mehrere Monitore ansprechen kann. Derartige Experimente gab es schon in der Vergangenheit. Fujitsu-Siemens hatte mit ATI vor über einem Jahr beispielsweise das XGP-System alias Graphics-Booster auf den Markt gebracht. Die Grafikkarte steckt dort fest in einer externen Box.  (ase)


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