Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1005/75272.html    Veröffentlicht: 20.05.2010 17:59    Kurz-URL: https://glm.io/75272

Digitale Dividende

4,4 Milliarden Euro für Mobilfunkfrequenzen

Nach 224 Runden an 27 Auktionstagen ist heute die neue Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur zu Ende gegangen. Insgesamt bezahlen die vier Mobilfunkanbieter 4,4 Milliarden Euro. Dabei wurden bisher vom analogen Fernsehen belegte Bänder ebenso wie neue Bereiche um 2 GHz versteigert.

Insgesamt wurden 41 Frequenzblöcke versteigert, wobei alle vier zugelassenen Anbieter zum Zuge kamen: Telekom, Vodafone, E-Plus und O2. Sie boten zusammen 4,4 Milliarden Euro für die Nutzung der Frequenzen.

Vodafone ersteigerte zwölf Frequenzblöcke für 1,4225 Milliarden Euro, O2 erhält elf Blöcke für 1,3786 Milliarden Euro. Weitere zehn Blöcke gehen für 1,2999 Milliarden Euro an die Telekom. Deutlich günstiger davon kommt E-Plus, das nur acht Blöcke für 283,645 Millionen Euro ersteigerte. Darunter ist aber keiner im Bereich um 800 MHz, der als besonders reichweitenstark gilt und daher zu höheren Preisen versteigert wurde.

So kündigte auch die Telekom per Twitter an, sie wolle ihre Blöcke von insgesamt 20 MHz, die im Bereich von 790 bis 862 liegen, vor allem nutzen, um ländliche Regionen mit schnellen Internetzugängen zu versorgen.

Auch Vodafone konnte sich zwei Blöcke von zusammen 10 MHz in dem Bereich sichern, der durch die Abschaltung des analogen terrestrischen Fernsehens frei geworden war. Das Unternehmen verspricht in einer Pressemitteilung: "Internet für alle wird jetzt Realität."

Das ist aber nicht nur ein Versprechen, sondern auch eine Verpflichtung: Die Frequenzen der sogenannten "digitalen Dividende" konnten nur Unternehmen ersteigern, die bis Ende 2010 auch Dienste für ländliche Gebiete damit anbieten. Konkrete Ankündigungen zu den benötigten Geräten und den Preisen gibt es aber noch nicht. [von Jens Ihlenfeld und Nico Ernst]  (nie)


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