Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1005/75223.html    Veröffentlicht: 19.05.2010 11:44    Kurz-URL: https://glm.io/75223

Privatsphäre

Facebook-Sicherheitseinstellungen werden vereinfacht

Facebook will auf Kritik reagieren und vereinfachte Einstellungen für die Privatsphäre seiner Nutzer einführen. Laut Facebook-Sprecher Tim Sparapani soll es in den nächsten Wochen so weit sein.

Eine konkrete Ankündigung zu verständlicheren und weniger komplexen Sicherheitseinstellungen für Facebook steht zwar noch aus, doch in verschiedenen Interviews mit US-Medien hat Facebook-Sprecher Tim Sparapani in den vergangenen Tagen gesagt, Kritik sei gehört worden, Facebook werde in naher Zukunft darauf reagieren.

In einem Radiointerview, in der Kojo Nnamdi Show von WAMU 88.5 in Washington DC, hat Sparapani darauf hingewiesen, dass einige der in den letzten Jahren hinzugefügten Sicherheitseinstellungen aufgrund des starken Facebook-Wachstums keine echte Privatsphäre mehr sichern können. Auch die Nutzer hätten mittlerweile mehr Kontakte - statt früher 40 seien es jetzt eher 450 Kontakte. Facebook zählt derzeit weltweit rund 400 Millionen Nutzer.

"Wir haben von unseren Nutzern gehört, dass wir etwas komplex geworden sind", so Sparapani im Interview. "Wir werden daran arbeiten. Wir werden Auswahlmöglichkeiten für die Nutzer bieten, die vereinfachte Gruppen von Privatsphäre wünschen, aus denen sie wählen können. Das wird in den nächsten paar Wochen geschehen."

Zu viel Einfluss?

Wired-Redakteur Ryan Singel, der in der Radioshow ebenfalls einen Gastkommentar lieferte, vermutet, dass damit verschiedene Privatsphärenprofile von: "Ich bin ein Exhibitionist" über: "Ich mag es, mich vielen, aber nicht allen Leuten mitzuteilen" bis hin zu: "Ich bin eine Privatperson, die sich nur mit Freunden und Familie austauscht" gemeint sind.

Für Singel ist es kein Wunder, dass Facebook das Misstrauen der Nutzer entgegenschlägt, diese sollten auch vorsichtig bleiben. Zwar sei es für Facebook legitim, das Ziel zu verfolgen, sein soziales Netzwerk zum größten Werbenetzwerk auszubauen, doch die Onlineidentität sei viel zu wichtig, als dass sie einem einzelnen großen Unternehmen überlassen werden dürfte.

Dass Singel mit dieser Meinung nicht allein ist, zeigt auch das große öffentliche Interesse an Open-Source-basierten Alternativen wie Diaspora. Dieses dezentrale Netzwerk ist zwar noch in der Entwicklung, verspricht aber, jedem Nutzer die vollständige Kontrolle über das zu geben, was die eigenen Kontakte und Fremde zu sehen bekommen.  (ck)


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