Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1005/75102.html    Veröffentlicht: 13.05.2010 18:34    Kurz-URL: https://glm.io/75102

Adobe-DRM

Flash schaltet analoge Ausgänge ab

Adobe hat sein digitales Rechtemanagement-System für die Flash-Plattform ausgebaut. Unter anderem bietet Flash Access 2.0 Rechteinhabern und Distributoren die Möglichkeit, den analogen Videoausgang von Anzeigegeräten zu deaktivieren.

Adobe will seine Position als Technologiepartner für die Content-Industrie weiter ausbauen. Die hauseigene Flash-Plattform wird dazu seit Jahren mit immer neuen Features ausgerüstet, die den Rechteinhabern die totale Kontrolle über die Nutzung ihrer Inhalte garantieren soll. Bei Adobe heißt das "persistenter Schutz" für Download- und Streaming-Angebote auf der Basis von Flash Access. Die bereits im Herbst des vergangenen Jahres angekündigte, neue Version von Adobes DRM-System ist jetzt verfügbar.

Version 2.0 von Flash Access bietet neben der Rechtekontrolle für Inhalte im MPEG-4-Format (H.264) und im Flash-Video-Format (FLV) als eine Besonderheit eine "Output protection". Damit erhalten Rechteinhaber oder Distributoren die Möglichkeit, die Ausgänge von Endgeräten wahlweise abzuschalten. Aus Sicht von Hollywood & Co. dürfte diese Option besonders interessant für den Vertrieb von hochauflösenden Kinofilmen und Fernsehsendungen über das Internet sein.

Schon seit Jahren bemühen sich besonders die großen Hollywood-Studios in Gestalt ihrer Lobbyorganisation Motion Picture Association of America (MPAA) darum, ein sogenanntes Broadcast-Flag, auch als "Selectable Output Control" (SOC) bezeichnet, durchzusetzen.

Mit Hilfe dieses bei der Ausstrahlung eines Films gesendeten Signals sollen die analogen Videoausgänge von Empfangsgeräten "stumm" geschaltet werden. Damit wollen die Filmstudios die Aufzeichnung von Filmen durch Privatpersonen verhindern, um so einerseits den Absatz von kommerziellen DVDs und Blu-ray-Discs zu fördern und Akzeptanz fürs Pay-TV zu schaffen sowie andererseits die sogenannte "Filmpiraterie" einzudämmen.

In diesem Monat sind die Hollywood-Studios bei der Durchsetzung ihrer Pläne einen großen Schritt weitergekommen. Die für die Regulierung des Fernsehens in den USA zuständige Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) genehmigte das Broadcast-Flag auf Antrag der MPAA den Einsatz in begrenztem Umfang. [von Robert A. Gehring]  (ck)


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