Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1005/75071.html    Veröffentlicht: 12.05.2010 09:56    Kurz-URL: https://glm.io/75071

Google vs. Microsoft

Wer braucht Office 2010?

Am heutigen 12. Mai 2010 erfolgt der offizielle Marktstart für Microsofts Office 2010. Doch die neue Version von Microsofts Office-Suite brauche keiner, stichelt Google im Vorfeld des Marktstarts. Microsoft hält dagegen.

"Wenn Sie über ein Upgrade von Office mit Office nachdenken, dann sollten Sie auch eine Alternative bedenken: ein Upgrade von Office mit Google Docs", sagte der für Googles Enterprise-Geschäft zuständige Dave Girouard Techflash. "Google Docs arbeitet gut mit Office zusammen und macht dieses tatsächlich besser", zitiert ihn Cnet.

In einigen kurz vor dem offiziellen Marktstart von Microsofts Office 2010 platzierten Interviews stichelt Google öffentlich gegen Microsoft. Auf dem Weg in eine Ära des Cloud Computing sei jetzt ein guter Zeitpunkt, die Desktops im Unternehmen mit einer cloudbasierten Applikation auszustatten, meint Girouard und betont die Unterschiede zwischen Microsofts und Googles Online-Office-Paketen.

Microsofts Produkte seien komplementär zu dessen Desktopapplikationen ausgelegt, sie ergänzen die installierten Programme nur und setzen diese voraus. Google hingegen entwickle Lösungen ohne solche Abhängigkeiten. Letztendlich sei Microsofts Angebot weiterhin komplex, auch was Updates angehe, denn dazu müsse noch immer die Desktopsoftware ausgetauscht werden.

Alex Payne, bei Microsoft für Onlineprodukte zuständig, hält dagegen: Googles Darstellung, dass Microsoft Office und Google Docs nahtlos miteinander verwendet werden können, sei schlichtweg falsch. Google konvertiere Office-Dokumente bei jedem Öffnen, wobei nicht alle darin enthaltenen Informationen übernommen würden. Dass Google auch einen Export in Microsofts Dateiformate erlaubt, helfe da nicht, denn die Bestandteile eines Dokuments, die bei der Konvertierung verloren gehen, kommen nicht zurück.

Bei Microsofts Software sei dies anders: Hier blieben die Dokumente immer komplett erhalten, auch wenn auf einer Plattform nicht alle Bestandteile angezeigt werden können, schreibt Payne in einem Blogeintrag.

Googles Behauptung, dass der Einsatz der Office Web Apps nur für Nutzer der Desktopversion möglich sei, sei ebenfalls falsch. Die Onlineversion von Microsoft Office stehe allen Nutzern von Windows Live zur Verfügung, auch ohne die entsprechende Desktopsoftware.

Auch das Argument der Komplexität weist Payne zurück. Microsoft biete seinen Kunden die Wahl an, Office Online aus Microsofts Rechenzentrum zu beziehen, in einem eigenen Rechenzentrum bereitzuhalten oder auf den PCs der Mitarbeiter zu installieren.  (ji)


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