Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1005/75051.html    Veröffentlicht: 11.05.2010 12:07    Kurz-URL: https://glm.io/75051

Ubuntu Unity

Neue Shell für Netbooks

Mit Unity stellt Mark Shuttleworth eine neue Benutzeroberfläche für Ubuntus Netbook-Variante vor. Die neue Shell verwendet die Grafikbibliotheken Clutter und Mutter aus dem Gnome-Projekt und soll der Mittelpunkt der neuen Notebookvariante Ubuntu Light bilden, die ausschließlich als OEM-Version ausgeliefert werden soll.

Unity soll die Auflösung von Netbook-Monitoren besser nutzen, indem es einen reduzierten Applikationsstarter an der linken Seite des Bildschirms platziert, der Shortcuts zu den wichtigsten Programmen beinhaltet und gleichzeitig als Fensterliste fungiert. Statt in einem Menü werden dort nicht platzierte Programmstarter in einem Dateibrowser-Fenster gesammelt.

In der oberen Leiste soll künftig lediglich eine Benachrichtigungsleiste platziert werden sowie programmspezifische Indikatoren, sogenannte Windicators. Darüber sollen Menüs aufgerufen werden oder Einstellungen für das im Fenster laufende Programm vorgenommen werden können. Damit will Canonical sowohl die Menü- als auch die Statusleiste einsparen, um in der Vertikalen mehr Platz für Fensterinhalt zu schaffen.

Die Windicators sollen in der nächsten Version 10.10 auch in der Desktopedition Einzug halten, dort allerdings in der Titelleiste eines jeweiligen Fensters auf der rechten Seite.

Unity verwendet den neuen Compositing-Window-Manager Mutter und basiert auf der Grafikengine Clutter, die auch in der nächsten Gnome-Version 3 zum Zuge kommen. Allerdings hat die Unity-Shell mit der neuen Gnome-Shell sonst nichts gemeinsam, betont Shuttleworth: Unity ist ausschließlich für den Einsatz auf leistungsschwachen Rechnern gedacht.

Die Unity-Shell verwendet Zeitgeist, einen Aktivitätslogger, der Informationen wie Browserchroniken, Informationen zu E-Mails oder Chats sammelt und zur globalen Suche bereitstellt.

Eine Vorabversion der neuen Shell kann über die entsprechenden PPA-Repositories ausprobiert werden. Eine Anleitung zur Einbindung der entsprechenden experimentellen Softwarequellen findet sich auf der entsprechenden Entwicklerseite.  (jt)


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