Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1005/74997.html    Veröffentlicht: 07.05.2010 11:52    Kurz-URL: https://glm.io/74997

Activision Blizzard

Kommt ein "World of Call of Duty" in Asien?

Call of Duty wird zur internationalen Marke ausgebaut - mit speziellen Angeboten für asiatische Spieler. Das kündigte Bobby Kotick, Chef von Activision Blizzard, im Gespräch mit Analysten an. Er kann sich die Investitionen leisten: Das Geschäft im ersten Quartal 2010 verlief besser als erwartet.

"Die weltweit beliebte Vorstellung, ein Soldat zu sein, erlaubt uns den Markteintritt in neue Regionen", sagte Bobby Kotick, Chef von Activision Blizzard, bei der Veröffentlichung neuer Geschäftszahlen zu Branchenanalysten. Er fügte hinzu: "Wir entwickeln Inhalte für ein Publikum, das bislang nur für die Spiele von Blizzard erreichbar war". Demnächst werde sein Unternehmen vorstellen, welche Pläne es rund um Call of Duty für China und Südkorea gebe. In beiden Ländern sind klassische Ego-Shooter nicht sonderlich beliebt, Onlinerollenspiele hingegen sehr - von daher weist Koticks Aussage darauf hin, dass es eine Art "World of Call of Duty" geben könnte.

Bislang befinden sich nach Angaben von Activision Blizzard drei Spiele der milliardenschweren Marke in der Entwicklung, alle eignen sich eher für typisch westliche Zielgruppen. Ende 2010 erscheint Call of Duty 7: Black Ops, voraussichtlich Ende 2011 folgt Call of Duty 8, und dann ist da noch ein Actionadventure, das bei Sledgehammer Games entsteht.

Kotick hat sich auch über die aktuellen Vorgänge bei Infinity Ward geäußert. Seiner Darstellung zufolge haben inzwischen 35 von rund 100 Entwicklern gekündigt, wahrscheinlich würden noch weitere gehen. Activision Blizzard sei dabei, die Lücken mit Neubesetzungen zu füllen. Die fristlose Entlassung der Studiochefs Jason West und Vince Zampella Anfang März 2010 sei unumgänglich gewesen. Kotick selbst habe die beiden als Freunde betrachtet. "Ihr Vergehen hat unsere Freundschaft beschädigt, was mich ebenfalls sehr betroffen hat", sagte er.

Freuen dürfte sich Kotick hingegen über die aktuellen Geschäftszahlen von Activision Blizzard. Im ersten Quartal 2010, das Ende März 2010 abgelaufen ist, hat sein Unternehmen den Umsatz auf 1,31 Milliarden US-Dollar von 981 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum erhöht. Der Nettogewinn legte noch stärker zu: Er wuchs von 189 auf 381 Millionen US-Dollar. Grund für die sprudelnden Einnahmen sind nach Unternehmensangaben vor allem die Absätze von Call of Duty: Modern Warfare 2 in den USA und in Europa sowie die Gelddruckmaschine World of Warcraft. Für das Gesamtjahr 2010 rechnet Kotick für Activision Blizzard mit steigenden Umsätzen und Gewinnen.  (ps)


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