Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1005/74996.html    Veröffentlicht: 07.05.2010 11:20    Kurz-URL: https://glm.io/74996

Arabische Länderdomains

Der Browser liest von rechts nach links

Im Herbst hatte die Internetverwaltung Icann die Einführung von nichtlateinischen Länderdomains (ccTLSd) angekündigt. Drei arabischsprachige Staaten haben das nun als Erste eingeführt. Die komplett in Arabisch geschriebene URL wird von rechts nach links gelesen.

Als erste Länder haben Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Länderdomains (Country Code Top Level Domain, ccTLD) in nichtlateinischen Buchstaben eingeführt. Nutzer in den Ländern können nun Domains registrieren, die vollständig aus arabischen Buchstaben bestehen.

ccTLD ohne lateinische Buchstaben

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) hatte im vergangenen Herbst den Weg für diese internationalisierten Domainnamen (internationalized domain names, IDNs) frei gemacht. Bisher war es nur möglich, Domainnamen beispielsweise in Russisch, Chinesisch oder Arabisch zu registrieren. Die ccTLDs bestanden jedoch weiterhin aus lateinischen Buchstaben, also .cn für China, .ru für Russland oder .eg für Ägypten.

Mit der Einführung der IDNs kann jetzt die ganze URL in arabischen Buchstaben geschrieben werden, und das auch wie in der arabischen Schrift üblich von rechts nach links. Zu den ersten, die eine arabische Domain eingeführt haben, gehört das ägyptische Ministerium für Telekommunikation und Informationstechnologie. Die ccTLD von Ägypten lautet nun auch nicht mehr .eg, sondern - umgeschrieben - misr.

Richtungweisende Veränderung

Die Einführung der IDNs sei eine richtungweisende Veränderung für das Internet, kommentierte Icann-Chef Rod Beckstrom. "Das ist der Anfang einer Entwicklung, die das Internet für Millionen Menschen auf der ganzen Welt zugänglicher und nutzerfreundlicher macht - egal wo sie leben und welche Sprache sie sprechen."

Rund 20 Anträge auf IDNs hat die Icann nach eigenen Angaben bekommen. Unter den Antragstellern sind unter anderem China, Russland, Sri Lanka und eine Reihe arabischsprachiger Staaten. Zu den Antragstellern gehören aber auch Territorien wie Hongkong und die Palästinensergebiete.  (wp)


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