Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74839.html    Veröffentlicht: 30.04.2010 09:01    Kurz-URL: https://glm.io/74839

Microsoft will nur H.264 für HTML5-Video unterstützen

Deutliche Absage an Ogg Theora und Googles VP8

Microsoft meldet sich in Sachen HTML5-Video zu Wort und heizt damit die Codec-Diskussion an. Denn Microsoft stellt klar, der Internet Explorer wird nur einen Videocodec für HTML5-Video unterstützen: H.264.

Die Zukunft des Web liegt in HTML5, sagt der für die Entwicklung des Internet Explorer verantwortliche Dean Hachamovitch in einem Blogeintrag und stellt Microsofts Position in Sachen Codecs für HTML5-Video dar: Zwar verzichte die HTML5-Spezifikation darauf, ein konkretes Videoformat festzulegen, doch nach Ansicht von Microsoft sei H.264 ein exzellentes Format. Was HTML5 anbetrifft, so sei dies auch der einzige Codec, den der Internet Explorer 9 bei der Videowiedergabe unterstützen wird.

H.264 sei ein Industriestandard mit starker Hardwareunterstützung, so Hachamovitch. Die Rechte an H.264 seien über die MPEG LA in einem klar festgelegten Verfahren erhältlich, während bei anderen Codecs die Rechtesituation weniger klar sei, meint der Microsoft-Manager. Zudem könnten sich Entwickler auf die H.264-Unterstützung des jeweiligen Betriebssystems verlassen, ohne zusätzliche Lizenzgebühren zahlen zu müssen.

Doch genau das zweifelt Mozilla-Entwickler Robert O'Callahan in einem Kommentar zu Hachamovitchs Blogeintrag an und verweist auf die entsprechenden Lizenzbedingungen der Microsoft-Software. Darin heißt es klar: Dieses Produkt ist für den persönlichen und nichtkommerziellen Gebrauch von Endkunden lizenziert.

Auch das meist gegen Ogg Theora angeführte Argument der rechtlichen Unsicherheit wurde schon vorher wiederholt widerlegt. Zwar ist es möglich, einen Pool von H.264-Patenten bei der MPEG LA zu lizenzieren, es gibt aber keine Garantie, dass es nicht weitere Rechteinhaber gibt, die in Zukunft Ansprüche erheben werden.

Microsofts Position zu HTML5-Video ist allerdings zugleich eine deutliche Absage an Googles kolportierte Pläne, den Codec VP8 als Open Source freizugeben und damit zu einer Alternative für Webvideos zu machen.  (ji)


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