Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74737.html    Veröffentlicht: 26.04.2010 18:05    Kurz-URL: https://glm.io/74737

Hawking: Aliens sind unfreundliche Nomaden

Mehrteilige Dokumentation des bekannten Astrophysikers bei Discovery

Wir müssen hoffen, dass uns Außerirdische nicht entdecken, sagt der Astrophysiker Stephen Hawking. Sollten sie zu uns kommen, wären sie uns technisch überlegen und nicht wohlgesonnen. Hawking widmet sich in einer Dokumentation dem extraterrestrischen Leben.

E.T. oder Mars Attacks? Für Stephen Hawking stellt sich diese Frage nicht: Außerirdische, ist der Astrophysiker überzeugt, sind nicht freundlich. Vom Kontakt mit den Besuchern aus dem fernen Weltall rät er strikt ab. Das sei zu riskant, so seine These. In einer aktuellen Sendereihe beim Discovery Channel, Stephen Hawking's Universe, beschäftigt sich der renommierte englische Wissenschaftler mit außerirdischem Leben.

Nicht allein

Dass wir nicht allein im Weltall sind, steht für Hawking außer Frage. Da draußen gebe es so viele Himmelskörper. Für einen mathematisch denkenden Menschen wie ihn sei es da nur folgerichtig anzunehmen, dass einige davon auch bewohnt seien. Hawking präsentiert in seiner Dokumentation einige Lebensformen, die er sich vorstellt, etwa zweibeinige Pflanzenfresser, die mit einer Art Rüssel Felsen abgrasen, oder fliegende Echsen, die Jagd auf die Pflanzenfresser machen. Die deutliche Mehrzahl, so gesteht Hawking zu, werden jedoch Mikroben oder einfache Tiere sein, wie sie auch die meiste Zeit die Erde bevölkert haben.

Hawking hält es durchaus für möglich, dass wir nicht einmal in unserem Sonnensystem allein sind: Auf dem Jupitermond Europa könnte unter der dicken Eisschicht, die den Mond bedeckt, Wasser geschmolzen sein, und in diesem Wasser könnte sich Leben entwickelt haben.

Kein Kontakt

Sollten Außerirdische es tatsächlich schaffen, auf der Erde zu landen, müsse ihre Technik viel weiter entwickelt sein als unsere. Ein solches Aufeinandertreffen wäre in etwa dem vergleichbar, wenn ein steinzeitlicher Höhlenbewohner mit einer Mondrakete konfrontiert wäre.

Die Absichten Außerirdischer wären alles andere als ehrenhaft. Denn, so Hawkings Annahme, die Außerirdischen wären Nomaden auf der Suche nach Rohstoffen. Sie hätten ihre eigene Welt bereits komplett geplündert. Ganz neu ist diese These nicht: Roland Emmerichs Film Independence Day aus dem Jahr 1996 ging ebenfalls davon aus.

Der neue Kolumbus

Die Folgen wären für die Erdbewohner verheerend. Hawking zieht einen historischen Vergleich, um seine These zu unterstreichen: Eine Begegnung mit Außerirdischen wäre ähnlich einschneidend wie die Landung von Christoph Kolumbus in Amerika, die den Ureinwohnern bekanntlich nicht sehr gut bekommen ist.

Hawking hatte schon früher die These vertreten, dass es nicht nur auf der Erde Leben gibt. Seit Mitte der 90er Jahre haben Astronomen eine Vielzahl von Planeten im All entdeckt. Diese sind alle größer als die Erde - die Auflösung der aktuellen Teleskope reicht nicht aus, um Planeten von der Größe der Erde erkennen zu können.

Der heute 68-Jährige, der seit über 40 Jahren an der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) leidet, hat lange Zeit an der Universität in Cambridge gelehrt. Im vergangenen Jahr ist er in den Ruhestand getreten.  (wp)


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