Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74624.html    Veröffentlicht: 21.04.2010 08:45    Kurz-URL: https://glm.io/74624

Welche Staaten löschen die meisten Inhalte bei Google?

Deutschland hinter Brasilien auf Platz 2

Mit seinem Government Request Tool will Google für mehr Transparenz sorgen. Es zeigt an, wie viele Anfragen von staatlichen Stellen auf Löschung von Inhalten und auf die Herausgabe von Nutzerinformationen gestellt wurden.

Googles Government Request Tool deckt derzeit den Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2009 ab und zeigt die Anzahl der Anfragen von staatlichen Stellen auf Löschung von Inhalten aus Google Services ebenso wie die Anzahl von Anfragen von staatlichen Stellen auf die Herausgabe von Nutzerinformationen.

Man sei dabei bemüht, so transparent wie möglich vorzugehen, Nutzer, die persönlich betroffen sind, wann immer möglich zu informieren und bei gelöschten Inhalten Hinweise anzuzeigen, erklärt Googles Justiziar David Drummond in einem Blogeintrag.

Bei den Löschanträgen liegt Brasilien mit 291 im genannten Zeitraum vorn, gefolgt von Deutschland mit 188 Löschanträgen und Indien mit 142. Dahinter folgen die USA mit 123, Südkorea mit 64 und Großbritannien mit 59 Löschanträgen.

94,1 Prozent der deutschen Löschanträge kam Google nach, zumindest teilweise. Darunter zehn gegen Googles Dienst Blogger, von denen drei auf gerichtlichen Verfügungen basierten. Google Suggest traf es mit gerichtlicher Verfügung viermal, Google Video zweimal ohne und die Bildersuche einmal mit Verfügung. Vor allem aber gegen die Google Suche wurden in Deutschland Löschanträge gestellt, 94 auf Basis einer gerichtlichen Verfügung, vier ohne diese. Anders das Verhältnis bei Youtube: Hier gab es drei Löschanträge mit gerichtlicher Verfügung und 70 ohne.

Bei den Anträgen auf die Herausgabe von Nutzerdaten liegt Brasilien mit 3.663 Fällen ebenfalls vorn, dahinter folgen die USA mit 3.580 Anträgen, Großbritannien mit 1.166 Anträgen sowie Indien mit 1.061 und Frankreich mit 846 Anträgen. Erst dahinter folgt Deutschland mit 458 Anträgen auf die Herausgabe von Nutzerdaten.

Dass Brasilien in beiden Statistiken vorn liegt, erklärt sich vor allem durch den Erfolg von Googles Social Network Orkut in diesem Land.  (ji)


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