Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74532.html    Veröffentlicht: 16.04.2010 09:33    Kurz-URL: https://glm.io/74532

Toshiba: Fernseher mögen Windows 7 und Notebooks streamen

Toshiba Media Controller soll das vernetzte Heim vereinfachen

Der Elektronikhersteller Toshiba verbindet die Welt des Fernsehens mit der Welt mobiler Rechner. Auf einer Presseveranstaltung demonstrierte Toshiba die Wireless Display Technology, verschiedene Fernseher, die sich mit Windows 7 verstehen, und Youtube-Videos, die vom Browser des Computers zum Fernseher geschickt werden.

Toshibas neue Fernsehergeneration soll sich besonders gut mit Windows 7 verstehen. So gut, dass Microsoft sie mit dem Windows-7-Logo zertifiziert hat. Für den Anwender bedeutet das, dass er beispielsweise von seinem Notebook Inhalte direkt zum Fernseher schicken kann. Ein Rechtsklick auf eine Datei und die Auswahl des Empfangsgeräts genügt. Einige Fernseher haben dafür eine LAN-Schnittstelle. Alternativ ist, per beiliegendem oder nachrüstbarem Dongle, mit allen jetzt vorgestellten Fernsehern der XV-, WL-, SL-, RV- und VL-Serie auch WLAN auf den Bändern 2,4 GHz (802.11b/g/n) und 5 GHz (802.11a/n) möglich. Außerdem beherrschen die Geräte WPS, so dass die sichere WLAN-Konfiguration recht einfach sein dürfte.

Zusätzlich gibt es von Toshiba eine Software, die die Verwaltung und das Entsenden von Material vereinfacht. Der Toshiba Media Controller (TMC) erkennt etwa Server per DLNA/UPnP und erlaubt es, die Daten per Drag & Drop auf dem Notebook zum Fernseher zu schicken. Toshibas Journ.e Touch Tablet gehört ebenfalls zu dem Media-Controller-System. Das Tablet erlaubt es ebenfalls, Inhalte, zum Beispiel von einem Notebook, an einen TV oder einen anderen Rechner zu senden.

Der TMC wird auf einer Reihe neuer Notebooks der Satellite-Kategorie von Toshiba installiert: dem günstigen C650, den etwas teureren Modellen L630, 650 und 670 sowie dem Topmodell A660. Die zweite Ziffer gibt die Größe des Displays an. Das L650 ist also ein Notebook mit 15,6-Zoll-Display.

Es handelt sich dabei um typische Consumernotebooks mit Core-i3- und Core-i5-Prozessoren von Intel. Die Displays spiegeln, laut Toshiba zieht die Mehrheit der Kunden dies vor, und bieten eine Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln. Mit Ausnahme des C650 bieten alle Notebooks einen diskreten Grafikchip. Bei der L-Serie ist es ein Radeon HD 5145 und das A660 hat einen Geforce-GT330M-Chip. Im Unterschied zu den Fernsehern beherrschen die WLAN-Module der Notebooks nur 802.11b/g/n. Der ehemalige HD-DVD-Verfechter baut in einigen Modellvarianten auch Blu-ray-Brenner ein. Auf der Toshiba-Veranstaltung wurden nur Vorseriengeräte gezeigt, die vor allem im Tastaturbereich bei einigen Modellen Schwächen zeigten, die hoffentlich bis zum Marktstart noch verschwinden werden.

Die neuen Notebooks werden mit weniger Software ausgeliefert, um den Anwender nicht mit zu viel Software, die er möglicherweise nicht einmal braucht, zu verwirren. Toshiba installiert das ECO Utility: Es zeigt die elektrische Leistungsaufnahme an und somit auch den Unterschied, den der Eco-Modus der Notebooks ausmacht. Ebenfalls dazu gehört ein Plugin für den Internet Explorer. Dieses bindet sich in Youtube-Videos ein. Mit einem Klick kann das Video dann direkt zum Fernseher geschickt werden. Toshiba komprimiert dabei das sichtbare Bild (bis 720p), der Anwender darf das Video also nicht aus dem Bildschirm herausscrollen, um etwa Kommentare zu lesen. Das Plugin komprimiert die Youtube-Inhalte in einen MPEG-2-Datenstrom, der vom Fernseher wieder decodiert wird. Bei der Vorstellung funktionierte das ganz gut. Die Nutzung des Internet Explorers ist allerdings Pflicht. Andere Browser werden nicht unterstützt.

Drahtlos externe Monitore anschließen

Das A660 bietet zusätzlich noch Intels Wireless Display Technology (WiDi). Das Notebook sendet also drahtlos auf dem 2,4-GHz-Band an externe Displays, Fernseher oder Projektoren. Toshiba demonstrierte das zwar, nutzte aber auf Fernsehseite Empfangsequipment von Netgear. Für Toshiba handelt es sich zunächst um ein Experiment. Der Hersteller will Wireless Display Technology noch nicht in seine eigenen Fernseher integrieren. Sie würden sonst zu teuer werden, so Toshiba.

Die neuen Notebooks sollen ab Ende Mai/Anfang Juni 2010 verfügbar sein. Das A660 soll zwischen 799 und 1.399 Euro kosten. Die anderen Modelle liegen eher im Bereich von 500 und mehr Euro. Genaues wollte Toshiba allerdings noch nicht sagen.

Die neuen Fernseher mit Windows-7-Zertifizierung sollen zwischen April und Juni 2010 im Handel verfügbar sein. Insgesamt gibt es fünf Serien (XV, WL, SL, RV, VL) mit unterschiedlicher Ausstattung bis hinauf zu einer Bildschirmdiagonalen von 55 Zoll. Einige Geräte sollen bereits in diesem Monat verfügbar sein, wie etwa Toshibas XV-Serie, andere kommen erst im Juni. Das gilt auch für die XV-Serie mit DVB-S2-Empfangseinheit. Die Preise für die neuen Fernseher liegen zwischen 649 und 1.599 Euro. Preise für die WL-Serie gibt es allerdings noch nicht, einige Geräte dieser Serie dürften deutlich teurer als 1.599 Euro sein.

Das Thema 3D wird erst ab dem dritten Quartal mit einem Modell zum Thema für Toshiba. Ab dem vierten Quartal soll es zudem ein Cell TV genanntes 3D-Fernsehgerät geben. Namensgeber ist der Cell-Prozessor, der auch in der Playstation 3 steckt. Der Prozessor übernimmt die Konvertierung von 2D-Material in 3D.  (ase)


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