Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74437.html    Veröffentlicht: 13.04.2010 10:32    Kurz-URL: https://glm.io/74437

Mozilla: Gecko 1.9.3 macht Firefox schneller

Vierte Entwicklervorschau mit zahlreichen Neuerungen

Mozilla hat eine vierte Vorabversion seiner Rendering-Engine Gecko 1.9.3 veröffentlicht, die die Basis der kommenden Version von Firefox und anderen Mozilla-Applikationen darstellen wird.

Die nunmehr vierte Developer-Preview von Gecko 1.9.3 enthält einige nennenswerte Neuerungen. So soll Firefox in verschiedenen Bereichen schneller geworden sein: Der Neustart des Browsers nach einem Update soll mit der neuen Version deutlich schneller vonstatten gehen. Verkürzt wurde allerdings in erster Linie die Shutdown-Zeit, also die Zeit, die Firefox zum Beenden benötigt. Die Zeit soll um 97 Prozent verkürzt worden sein, so dass Firefox sich nun praktisch sofort beendet.

Darüber hinaus wurde die Zahl der Ein- und Ausgaben, die über den Hauptthread des Browsers laufen, verkürzt. Dadurch soll sich die neue Version deutlich schneller anfühlen als Firefox 3.6, versprechen die Entwickler.

Fortschritte gibt es auch bei der Hardwarebeschleunigung. Windows-Nutzer mit aktuellen OpenGL-2-Treibern profitieren so von einer hardwarebeschleunigten Skalierung von Videos, wenn sie im Vollbild abgespielt werden. Vor allem bei HD-Videos soll der Unterschied spürbar sein. Unter Linux und Mac OS X soll das in Zukunft ebenfalls unterstützt werden, die Entwickler haben bei der Umsetzung aber mit Windows begonnen. Hier gibt es auch weitere Verbesserungen bei der Nutzung von Direct2D, was aber noch immer nicht standardmäßig aktiviert wurde.

Verbessertes Userinterface für Firefox

Die Awesomebar zeigt nun auch Suchergebnisse in offenen Tabs, markiert mit dem Hinweis "Switch to Tab". So kann dann direkt zum jeweiligen Tab gewechselt werden. Darüber hinaus unterstützt die neue Vorabversion in der Größe anpassbare Texteingabefelder von Hause aus.

Mit einigen Veränderungen am Umgang mit der CSS-Klasse ":visited" wollen die Mozilla-Entwickler diversen Schnüffelangriffen auf die Browserhistory entgegenwirken. So ist es bislang möglich, über die Javascript-Funktion getComputedStyle() abzufragen, ob ein Link in einer Website als besucht markiert ist. So können Angreifer in Erfahrung bringen, ob eine bestimmte Website von einem Nutzer besucht wurde, was Mozilla künftig unterbinden will. Die Änderungen können allerdings bei einigen Webapplikationen zu Problemen führen, räumen die Mozilla-Entwickler ein.

Die neue Gecko-Version erlaubt es, SVG-Attribute, die auf CSS-Eigenschaften gemappt sind, mit SMIL zu animieren. Eine Demo zeigt, was damit möglich ist.

OOP-Plugins auch für Mac OS X

Die Unterstützung von "Out-of-Process-Plugins" (OOP-Plugins) für Windows und Linux wurde verbessert und viele Fehler wurden gegenüber der vorherigen Vorabversion korrigiert. Der Code soll mittlerweile so stabil sein, dass er auf Firefox 3.6 portiert wurde und mit einer kommenden Version von Firefox 3.6 veröffentlicht werden soll. Derzeit steht eine Beta des sogenannten Projekts Lorentz zum Download bereit.

Erstmals bietet die Gecko-Preview Unterstützung für OOP-Plugins unter Mac OS X, womit die aktuelle Version von Adobes Flash Player in einem eigenen Prozess läuft. Allerdings wird hier nur die aktuelle Version 10.6 des Betriebssystems unterstützt.

Entwicklern von Erweiterungen erlaubt es Mozilla mit JS-Ctypes, aus Javascript nativen Code mit komplexen Strukturen wie Zeigern und Arrays aufzurufen. Details dazu beschreibt Daniel Witte in einem Blogeintrag. Zudem führt Mozilla einen sogenannten "infallible allocator" ein, der abbricht, statt null zurückzuliefern, wenn kein Speicher alloziert werden kann. Das soll diverse Angriffsszenarien unterbinden und den Browser so sicherer machen.

Die Mozilla Developer Preview 1.9.3 Alpha 4 steht ab sofort unter mozilla.org für Windows, Linux und Mac OS X zum Download bereit.  (ji)


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