Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74421.html    Veröffentlicht: 13.04.2010 10:13    Kurz-URL: https://glm.io/74421

Das WePad kommt - Marktstart des Tablets im Sommer

Webtablet kommt in zwei Varianten

Mitten im Rummel um Apples Tablet iPad kündigt die Berliner Firma Neofonie gemeinsam mit 4tiitoo Details des eigenen Gegenprodukts an: Das WePad ist eine offene Plattform, es ist günstiger als das iPad und bietet mehr Anschlüsse. Freunde von Flash-Inhalten sollen mit dem WePad auch mehr Spaß haben.

Das WePad der gleichnamigen GmbH ist ein Internettablet, das auf einer klassischen Netbook-Plattform aufbaut. Im flachen Gehäuse steckt Intels Atom-CPU N450 (1,66 GHz). Das 11,6-Zoll-Display ist laut Hersteller multitouchfähig und bietet mit 1.366 x 768 Pixeln eine recht hohe Auflösung. Die weitere Ausstattung beinhaltet Bluetooth 2.1+EDR sowie WLAN, das nicht nur 802.11b/g/n unterstützt, sondern lobenswerterweise auch 802.11a/n.

Das WePad bietet außerdem je einen Licht- und Beschleunigungssensor. Auch eine Kamera wird für Videochats im Gerät verbaut, dem iPad fehlt sie. Als Betriebssystem kommt ein auf die Fingerbedienung angepasstes Linux zum Einsatz. Programme gibt es in Form kleiner Widgets. Auch große Programme wird es geben, so wird etwa Openoffice.org als Büroprogrammpaket vorinstalliert sein.

Mit dem integrierten Akku soll das Gerät auf etwa 6 Stunden Laufzeit kommen.

Das WePad wird es in zwei Varianten geben. Das Einstiegsmodell kostet voraussichtlich 449 Euro, bietet 16 GByte Speicherplatz und wiegt 800 Gramm. Doppelt so viel Speicherplatz auf Flash-Bausteinen bietet das 569 Euro teure höherwertige Modell, das 850 Gramm wiegt. Dieses verfügt außerdem über ein 3G-Modem und einen normalen SIM-Kartenschacht, GPS-Unterstützung und kann 1080p-Video über einen nicht näher genannten Beschleunigerchip wiedergeben. Broadcoms Crystal-HD-Chip wäre ein Beispiel für einen solchen Zusatzchip.

Die ersten WePads sollen im Juli 2010 erhältlich sein, aber noch in kleineren Stückzahlen. Neofonie nennt das einen Soft-Launch. Erst zum August soll die Produktion voll angelaufen und das Gerät in höheren Stückzahlen verfügbar sein. Genaue Absatzpläne wurden aber nicht genannt. Es hieß, niemand könne diesen Markt derzeit einschätzen. 20.000 Interessenten sollen immerhin bereitstehen.

Das WePad als offene Plattform

Auf der Pressekonferenz konnte Neofonie zusammen mit 4tiitoo, die gemeinsam die WePad GmbH bilden, nur ein Exemplar zeigen. Eigentlich hieß es im Vorfeld, es würden 5 Geräte zum Anfassen da sein. Das gezeigte Vorseriengerät hatte ein spiegelndes Display, was den vielen Fotografen das Leben offensichtlich schwermachte. So waren häufig Rufe nach einem besseren Winkel zu den Fotografen zu hören. Das Display erschien zudem nicht so hell wie das von Apples iPad, allerdings war das WePad nicht auf volle Helligkeit eingestellt. An dem Vorseriengerät konnte oder wollte der Hersteller ohnehin nicht viel zeigen, vielmehr wurden Demos an einer Leinwand gezeigt, die zuvor per Screencapture aufgenommen wurden.

Das WePad bietet gegenüber dem Konkurrenten von Apple einige Vorzüge. Neben dem offenen und angepassten Linux-System, dessen Veränderungen in die Open-Source-Community zurückfließen sollen, ist das WePad auch kompatibel zu Android-Anwendungen. Dafür wird ein Android-Wrapper mit auf das Gerät installiert. Zwei USB-Steckplätze und auf Wunsch der Community auch ein HDMI-Ausgang bieten zusätzliche Anschlussmöglichkeiten. Damit kann das WePad auch Anschluss an den Fernseher im Wohnzimmer finden. Ein SDHC-Speicherkartensteckplatz erlaubt zudem eine Speichererweiterung des Tablets oder den schnellen Import von einer Digitalkamera.

Außerdem werden Adobe Flash, Air sowie Oracles Java unterstützt. Neofonie-Chef Helmut Hoffer sprach dabei etwas unglücklich von einem barrierefreien Internet auf dem WePad.

Das iPad sehen die Macher hinter dem WePad übrigens nicht als Konkurrenten, sondern als Wegbereiter für einen neuen Markt. Jetzt sei der Zeitpunkt, das Gerät, das schon jahrelang in der Entwicklung gewesen sei, auf diesen Markt zu bringen. Apple erkläre den Nutzern, was ein Tablet ist, und das nutzt das WePad-Projekt.

Die hohe Anzahl von Medienvertretern fachfremder Publikationen bei der WePad-Vorstellung zeigt bereits, dass nicht nur am iPad, sondern auch an ähnlichen Geräten ein großes Interesse besteht. Auch die Verlage wollen das WePad unterstützen. So soll das Magazin Stern auf der WeMagazine-Plattform erscheinen. Diese Plattform wird allerdings nicht auf das WePad beschränkt sein, sondern auch das iPad unterstützen. Die WePad-Macher hoffen, dass die Verlage subventionierte Geräte an ihre Leser abgeben, beispielsweise in Verbindung mit einem Abonnement.

Die ersten Vorbestellungen für das WePad sollen ab 27. April 2010 entgegengenommen werden.  (ase)


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