Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74361.html    Veröffentlicht: 09.04.2010 08:33    Kurz-URL: https://glm.io/74361

Apple schränkt iPhone-Entwicklerwerkzeuge ein

Neue Lizenzbedingungen legen Programmiersprachen für iPhone-Apps fest

Mit der Veröffentlichung einer Vorabversion des iPhone OS 4 hat Apple auch die Lizenzbedingungen für Entwickler überarbeitet. Die Zukunft von Entwicklerwerkzeugen wie Titanium, Phonegap, Monotouch oder auch Adobes angekündigter Flash-Compiler stehen damit zumindest infrage und Apple sorgt für heftige Diskussionen und ungläubiges Kopfschütteln.

Apple hat die Lizenzvereinbarung für iPhone-Entwickler im Punkt 3.3.1 entscheidend verändert. Untersagte Apple Entwicklern bislang nur, undokumentierte APIs des iPhone-Betriebssystem zu nutzen, schreibt das neue Lizenzabkommen auch vor, mit welchen Programmiersprachen die dokumentierten APIs verwendet werden dürfen.

Blogger John Gruber zitiert aus dem unter NDA stehenden Lizenzabkommen: "Applikationen müssen ursprünglich in Objective-C, C, C++ oder Javascript, wie es von der Webkit-Engine des iPhone OS ausgeführt wird, geschrieben sein, und nur Code, der in C, C++ und Objective-C geschrieben ist, darf direkt mit den dokumentierten APIs kompiliert oder verlinkt werden (beispielsweise sind Applikationen, die gegen die dokumentierten APIs über eine zwischengeschaltete Übersetzung oder Kompatibilitätsschicht oder -werkzeug gelinkt sind, verboten)."

Damit verbietet Apple den von Adobe angekündigten Flash-Compiler, der mit der Creative Suite 5 eingeführt werden soll, ebenso wie Entwicklerwerkzeuge wie Appcelerators Titanium, Phonegap oder Novells Monotouch. Diese gewähren Entwicklern Zugriff auf die iPhone-APIs aus Javascript oder C# und ermöglichen es so, iPhone-Applikationen in diesen Sprachen zu schreiben.

Entsprechende Werkzeuge bieten vor allem den Vorteil, dass sich mit ihnen aus einer Codebasis Applikationen für unterschiedliche Plattformen erstellen lassen, beispielsweise iPhone, Android, Blackberry und WebOS.

Appcelerator-Chef Jeff Haynie räumt in einer ersten Reaktion ein, dass Apples neue Lizenzbedingungen Werkzeuge wie das eigene Titanium infrage stellen. Er wolle aber keine voreiligen Schlüsse ziehen und versuche die Angelegenheit mit Apple zu klären.

Phonegap verweist in einem Twitter-Eintrag darauf, dass Apple nach wie vor mit Phonegap erstellte Applikationen akzeptiere und warnt vor zu großer Aufregung um die neuen Lizenzbestimmungen. Einige Entwickler in den Phonegap-Foren argumentieren, die Arbeitsweise von Phonegap sei auch nach den neuen Lizenzbedingungen von Apple erlaubt.  (ji)


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