Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74346.html    Veröffentlicht: 08.04.2010 13:26    Kurz-URL: https://glm.io/74346

Axel-Springer-Chef: Das iPad rettet die Verlagsbranche

Döpfner: "Dies ist wirklich der Beginn einer neuen Ära"

Springer-Chef Mathias Döpfner hat in einer US-Talkshow ein Loblied auf Steve Jobs und das iPad gesungen. "Jeder Verleger auf der Welt sollte sich einmal am Tag niedersetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er damit die Verlagsindustrie rettet", sagte er.

Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner hat sich in der US-Talkshow des Journalisten Charlie Rose leidenschaftlich zu Apples iPad bekannt. "Dies ist wirklich der Beginn einer neuen Ära. Jeder Verleger auf der Welt sollte sich einmal am Tag niedersetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er damit die Verlagsindustrie rettet. Das iPad bringt uns, worauf wir alle gewartet haben." Döpfner hatte das Gerät zuvor während eines Urlaubs in einem Apple Store in Miami gekauft.

Das iPad biete die Visualisierung von Inhalten auf sehr emotionale Weise, komme zu einem massenmarkttauglichen Preis in den Handel, sei leicht zu bedienen und habe ein sehr einfach nutzbares Bezahlmodell integriert. "Es ist einfach cool, auf diesem Gerät Journalismus zu lesen", sagte der Verlagschef.

Die Tageszeitung Die Welt solle nach einer Anlaufphase zu einem Preis, der nur 10 Prozent unter dem der Printausgabe liege, auf das iPad kommen. Die Vorteile seien offensichtlich: Die Leser bekämen die News schneller und genauso attraktiv aufgemacht wie in der Zeitung. Das iPad sei zudem ein Lean-Back-Medium, mit dem gelesen werde wie bei einem gedruckten Magazin. Das iPad richte sich weniger an Menschen, die im Internet arbeiten wollten, es sei für Konsumenten gedacht, die auf Nachrichten und Unterhaltung aus seien.

"Wenn mehr und mehr Leser unsere Produkte lieber auf Tablet-Geräten lesen wollen, dann ist mir das nur recht. Wir sparen Druckkosten, wir sparen Lieferkosten, wir sparen Papierkosten", sagte Döpfner. "Wenn wir das iPad aber als Konkurrenten sehen, dann sind wir Verleger tot."

Döpfner äußerte aber auch Kritik am iPad und Apple. So sei er enttäuscht, dass Flash auf dem Gerät nicht läuft. Die Contentbranche solle sich zudem mit Apple zusammensetzen und die Umsatzverteilung neu verhandeln. 30 Prozent Umsatzanteil für Apple sei zu viel. Doch die Konkurrenz bei den Tablets werde sich hier positiv auswirken. Es gebe Tablets von Microsoft und Amazon und es werde ein Tablet von Google geben.  (asa)


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