Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74340.html    Veröffentlicht: 08.04.2010 12:54    Kurz-URL: https://glm.io/74340

Test: iPad - beeindruckend, aber nicht magisch

Apples Tablet zieht neugierige Blicke und Fingerabdrücke an

Das iPad ist da. Es ist kein Wunderwerk der Technik, denn es lässt bei der Ausstattung Wünsche offen und bleibt ein geschlossenes System. Aber das iPad macht einiges richtig und ist mehr als ein Riesen-iPod.

Die Medien feiern es wie ihren Erlöser, die Apple-Jünger wie den heiligen Gral und die Apple-Hasser wie die Ausgeburt des Bösen. Und Apple? Apple-Chef Steve Jobs geht es um den Rest der Welt. Das iPad soll die Masse ansprechen, die ohne den Medienrummel vermutlich gar nichts von ihm wüsste. Das iPad ist nicht einfach zuzuordnen. Als Bindeglied zwischen Smartphone und Notebook bietet es einen breiten Funktionsumfang: Es soll für Kommunikation, Arbeit, Spiele, Filme und Musik gleichermaßen geeignet sein.

In den USA ist das iPad seit 3. April 2010 zu haben. In den ersten Tagen ist es 300.000-mal verkauft worden - mit WLAN, Bluetooth und wahlweise 16, 32 oder 64 GByte Flash-Speicher. Die Preise für das iPad Wi-Fi liegen bei 499, 599 und 699 US-Dollar. Wenn Mobilfunkunterstützung gefragt ist, müssen jeweils 130 Dollar mehr gezahlt werden - und auch in den USA dauert das noch. In Deutschland sollen die iPads ab Ende April 2010 erhältlich sein. Auch hier geht es mit den iPad Wi-Fi los, später folgt das iPad Wi-Fi + 3G (UMTS). CPU und Multitouch-Display

Im iPad rechnet eine A4 getaufte 1-GHz-CPU, über deren Details Apple auch nach Verkaufsstart noch schweigt. Das macht aber nichts, denn mit viel Aufwand wurde inzwischen herausgefunden, dass in dem Chipgehäuse mit großer Wahrscheinlichkeit ein Single-Core-Prozessor vom Typ ARM Cortex A8 mit PowerVR-SGX-535-Grafikkern und 256 MByte DDR2-SDRAM steckt. Das klingt nicht sonderlich beeindruckend, doch das iPhone OS, Anwendungen und 720p-Videos laufen flüssig darauf.

Die teuerste Komponente des iPad ist das Multitouch-IPS-Display, über das fast die komplette Bedienung erfolgt. Es bietet eine 9,7-Zoll-Diagonale, 1.024 x 768 Bildpunkte und eine LED-Hintergrundbeleuchtung. Die Darstellung steht einem hochwertigen Desktopdisplay in nichts nach und die Farben erscheinen kräftig.

Grabbelfinger und Sonnenlicht

Das Panel selbst ist matt, aber die schützende Scheibe darüber reflektiert und kann bei Sonneneinstrahlung stören - eine doppelte Spiegelung wie beim Macbook Pro mit Glossy-Display gibt es allerdings nicht. Nervig ist die Kombination von Sonnenlicht und Fingerabdrücken. Hier hilft es, Bildschirmhelligkeit voll aufzudrehen.

Von Apples beworbener fettabweisender Beschichtung war im Test leider nur wenig zu merken, das Display war schnell mit Fingerabdrücken übersät. Ein Tuch sollte also immer in der Nähe sein, denn damit kann das Display ohne Mühe gesäubert werden. Die Beschichtung des Displays ist kratzfest - das iPad kann also auch ohne Schutzhülle in die Tasche gestopft werden. Wer ganz sicher gehen will, sollte trotzdem eine Displayfolie und eine Hülle für die Alu-Rückseite verwenden.

Mikrofon, Lautsprecher und mehr

Zwischen Display und Rückwand stecken zwei Lautsprecher, die kraftvoll durch den unteren Rand tönen und gut zu hören sind. Wenn das iPad allerdings zum Anschauen von Videos quer gehalten wird, kommt der Ton je nach Lage entweder nur von links oder rechts statt aus der Mitte. In der Redaktion gab es darüber geteilte Meinungen - die einen störte es, die anderen nicht.

Um Musik oder Filme mit dem iPad zu genießen, gibt es auch die Möglichkeit, zu Kopfhörern oder externen Lautsprechern greifen. Beides kann über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse oder über Bluetooth angeschlossen werden. Das Stereoprofil von Bluetooth wird unterstützt, im Test funktionierte das einwandfrei.

Soll das iPad zur Internettelefonie genutzt werden, ist das sowohl über die Lautsprecher und das Mikro des iPads möglich als auch über Headsets. Hier fällt negativ auf, dass ein bis zwei Kameras fehlen - Videotelefonie und das Knipsen von Fotos sind nicht möglich.

Die Bedienung

Das iPad ist hübsch verpackt und kommt ohne Anleitung. Einschalten und loslegen geht nicht ohne PC oder Mac: Das Gerät will erst einmal über USB angeschlossen und über iTunes registriert werden. Das ist eigentlich unnötig, denn das iPad könnte auch eigenständig funktionieren.

Wer mit dem iPhone oder dem iPod touch vertraut ist, wird sich mit seinen Fingern auf Anhieb auch auf dem neuen Gerät zu Hause fühlen. Der Unterschied: Das iPad ist merklich schneller und die Gestensteuerung fühlt sich durch das vergleichsweise große Display deutlich besser an. Durch das Web zu surfen wird so zu einer ganz neuen Erfahrung.

Allerdings kann Apple, auch wenn Steve Jobs das iPad als magisch beschreibt, keine Wunder vollbringen. Auch die iPad-Bedienung erfordert Einarbeitungszeit. Wer technisch weniger versiert ist, wird nicht auf Anhieb wissen, was zu tun ist; selbsterklärend ist die eingängige Multitouch-Bedienung von Apple nicht. Doch die Einarbeitungszeit dürfte sehr kurz sein.

Sollen Texte eingegeben werden, lässt sich eine virtuelle Tastatur einblenden. Ihre Tasten sind angenehm groß, sie entsprechen bei quer gehaltenem iPad sogar der Größe von Apples Notebook- und Desktoptastaturen. Allerdings fehlen eine eigene Zahlenleiste, eine Tabulatortaste und Direkttasten für Umlaute. Eine Feststelltaste wird von Hause aus nicht angezeigt, kann in den Optionen aber aktiviert werden. Anstelle der Tab-Taste werden bei Formularen zusätzlich Tasten zum Springen zwischen Feldern (zurück, weiter) und zum automatischen Ausfüllen geboten.

Werden längere und insbesondere deutsche Texte geschrieben, dann spart es beim Tippen viel Zeit, wenn eine externe Tastatur genutzt wird. Das wurde bisher weder vom iPhone noch iPod touch unterstützt - zumindest nicht ohne Jailbreak und BTstack Keyboard.

Externe Tastatur, VGA und weiteres Zubehör

Externe Tastaturen lassen sich über Bluetooth oder den Dock-Anschluss am unteren Rand des iPads anschließen. Wir haben das mit Apples nicht mehr erhältlichem weißem Wireless Keyboard und dem aktuellen kleinen Apple Wireless Keyboard aus Aluminium getestet, wobei nur Letzteres funktionierte und eine deutliche Hilfe darstellte.

Schreiben im Dock und VGA fürs Wohnzimmer

Zum optionalen Zubehör zählt eine Tastatur-Dockingstation, mit der dann stromsparender getippt werden kann als mit einer Bluetooth-Tastatur. Außerdem wird das iPad damit aufrecht gehalten, so dass es keiner separaten Stütze bedarf. Apple und andere Hersteller bieten aber auch für Benutzer von Bluetooth-Tastaturen Hüllen mit eingebauter Stütze.

Ebenfalls nur separat erhältlich sind ein SD-Kartenleser für Fotos, ein Komponentenkabel (für 480p) und ein VGA-Kabel für die Bildausgabe. Auch über VGA kann das iPad nur 1.024 x 768 Bildpunkte darstellen. Zudem beschränkt sich die Ausgabe auf Diashows, Keynote-Präsentationen, SD-Versionen von iTunes-Kaufvideos, in Webseiten eingebettete Videos und Youtube-Videos. 720p-Videos werden aus Kopierschutzgründen über VGA gar nicht angezeigt - auch nicht verkleinert. Das wirft die Frage auf, warum nicht DVI oder HDMI unterstützt werden.

iPad als Multimediaplayer

Das iPad verrichtet als Videoabspieler auf seinem Display gute Arbeit. Es kann Videos mit Auflösungen von bis zu 720p wiedergeben. Allerdings nur, wenn die Bitraten nicht zu hoch sind. Auch bei einer Auflösung von über 1.280 x 720 Pixeln verweigert die Software ansonsten die Wiedergabe mit einem Hinweis. Viele von Apple als Quicktime-Datei angebotene 720p-Film-Trailer mussten deshalb im Test vorher erst konvertiert werden.

Sehr komfortabel ist die Youtube-Anwendung für das iPad. Mit ihr kann das riesige Sammelsurium an Videos bequem durchstöbert werden. Ein großer Unterschied zum iPod touch und iPhone ist, dass das iPad auch in Webseiten eingebettete Videos wiedergegeben kann - allerdings nur, wenn sie mit HTML5 realisiert wurden, was bisher bei den wenigsten Webseiten der Fall ist. Durch das iPad ändert sich das aber langsam.

Sobald jedoch Flash-Videos oder Flash-Anwendungen ins Spiel kommen, haben damit gespickte Webseiten weiße Löcher. Hier enttäuscht das iPad, die sehr gute Browser-Erfahrung bekommt einen negativen Beigeschmack. Das wird sich erst ändern, wenn der Safari-Browser des iPhone OS auch um Flash-Unterstützung erweitert wird; trotz aller Kritik war Apple daran bislang nicht interessiert.

Negativ ist auch, dass die private Sammlung an Musik, Videos oder Bildern zwingend mittels iTunes auf das iPad überspielt werden muss. Auf Netzwerklaufwerke und selbst auf private iTunes-Server kann nicht zugegriffen werden. Wie beim iPhone und iPod touch kann der Anwender mit dem iPad im iTunes-Store Musik und Videos direkt kaufen und herunterladen.

Positiv ist, dass die Fotoanwendung für das iPad die Multitouch-Bedienung hervorragend nutzt. Sie ordnet Bilder mit Positionsangaben auch übersichtlich auf einer Weltkarte an.

Spielen und Arbeiten

Das iPad hebt sich in zwei Bereichen deutlich von den kleinen Apple-Geräten ab: Anwendungen und Spiele profitieren vom 9,7-Zoll-Bildschirm und seiner Auflösung gleichermaßen. So werden bei Spielen, die für das iPad angepasst sind, größere Spielfelder und neue Mehrspielermodi möglich. Zwei Spieler können sich etwa gegenüber sitzen, das iPad zwischen sich haben und gleichzeitig agieren. Es gibt auch Spiele, bei denen das iPad zum interaktiven Brettspiel mutiert. Das macht das iPad als Spieleplattform zum starken Gegner für Nintendo DS und Playstation Portable (PSP).

Mit den nur separat verkauften iWork-Anwendungen Pages, Keynote und Numbers lassen sich mit dem iPad nicht nur Textdokumente, Präsentationen und Tabellenkalkulationen zeigen, sondern auch erstellen. Die Software ist dabei zu den Desktopanwendungen kompatibel. Damit das iPad annähernd zum Notebookersatz werden kann, fehlen aber noch viele Funktionen. So ist beispielsweise das Ausdrucken vom iPad mit der aktuellen iPhone-OS-Version noch nicht aus den Anwendungen heraus möglich. Dazu müssen Zusatzanwendungen gekauft werden, die die Dateitypen verarbeiten können müssen.

E-Books, Comics und interaktive Geschichten

Mit der iPad-Anwendung iBooks macht Apple auch E-Book-Readern Konkurrenz, Amazon hat seine Kindle-Software bereits angepasst. Das iPad hält zwar nicht so lange durch wie aktuelle E-Book-Reader und bietet auch nicht deren für das Lesen ergonomischere Displays. Dafür ist die Präsentation der E-Books deutlich ansprechender. Es gibt hübsche, interaktive Animationen beim Umblättern, und bei Bildern kann das iPad-Display seine Stärken zeigen.

Auch Comic-Verlage haben das iPad entdeckt: Marvels Superhelden entfalten durch weiches Bewegen und Zoomen von Ausschnitten einen ganz neuen Charme. Zudem gibt es bereits interaktive Bücher, etwa eines zu Alice im Wunderland, bei dem interaktive Elemente und Aufgaben zum Weiterblättern einladen. Auf E-Book-Readern mit E-Ink-Displays ist Derartiges bisher nicht möglich.

iPhone-Anwendungen auf dem iPad

Die Zahl der für das iPad angepassten Anwendungen wächst. Doch auch Apps, die nur für das iPhone oder den iPod touch entwickelt wurden, können benutzt werden. Sie werden entweder klein und zentriert auf dem iPad angezeigt - oder vergrößert dargestellt. Damit werden sie pixelig, was insbesondere bei Texten stört. Zudem wird für Texteingaben nur die kleinere iPhone-Tastatur eingeblendet, nicht die große iPad-Tastatur.

Manche Entwickler bieten Software als universelle Apps für alle drei Geräte an. Diese präsentieren sich wie eine native iPad-Anwendung und nutzen den Bildschirm voll aus. Im iTunes-Store ist solche Software mit einem kleinen Plus markiert. Häufiger finden sich jedoch getrennte iPad- und iPhone-Versionen, auch weil sich bei kommerzieller Software hier noch einmal neu verdienen lässt.

Benchmarks und WLAN-Zuverlässigkeit

Dass das iPad, verglichen mit anderen Kleingeräten wie dem iPhone, ziemlich schnell arbeitet, bestätigte sich in einigen Benchmarks. Wir haben vor allem das Surfverhalten beobachtet und den Browser vermessen. Dabei ist zu beachten, dass auf dieser abstrakten Ebene viele Komponenten Einfluss auf die gemessenen Werte haben können. Auch wenn auf allen Geräten Safari als Browser zum Einsatz kam, unterscheiden sich die Buildversionen voneinander: Während auf dem iPhone der Safari-Build 528.16 läuft, findet sich auf dem iPad aktuell der Safari-Build 531.21.10 und auf dem verwendeten Mac Mini lief der Safari-Build 531.22.7.

Den Javascript-Benchmark Sunspider des Webkit-Projekts arbeitete das iPad in 10.181 ms durch. Ein iPhone 3GS braucht 16.946 ms und das ältere iPhone 3G insgesamt 43.127 ms. Wie weit diese Werte von einem großen Rechner entfernt sind, zeigen Tests mit einem Mac Mini 3,1 und seinem Core 2 Duo mit 2 GHz und Safari 4.0.5 unter Mac OS X 10.6.3. Hier wurde der Benchmark in 540,7 ms absolviert.

Das iPhone OS 3.2 und dessen Browser unterscheiden sich vom Betriebssystem von iPhone und iPod touch, das bislang nur in der Versionsnummer 3.1.3 erhältlich ist. Deutlich erkennbar war das daran, dass die Browserbenchmarks Peacekeeper und V8 von Google auf dem iPad durchliefen, auf dem iPhone aber nicht. Beim Peacekeeper wurden 485 Punkte erreicht und beim Google V8 101,6 Punkte. Der Mac Mini erreichte 3.011 beziehungsweise 1.806 Punkte und ist auch hier dem Webtablet deutlich überlegen.

Auffällig bei allen Benchmarks des Browsers war der Umstand, dass das iPad erst nach einem Neustart hohe Werte erreichte. Beim Benchmark V8 waren das beispielsweise die genannten 101,6 im Durchschnitt, die erst nach dem Neustart erreicht wurden, mit einer Streuung von maximal zwei Punkten in beide Richtungen. Ohne Neustart waren die Werte des V8 bis auf 88,6 Punkte gefallen. Es könnte sich also lohnen, das iPad ab und an neu zu starten.

WLAN schneller als beim iPhone

Das WLAN arbeitet beim iPad schneller als das des iPhones. Das liegt zum einen an der Unterstützung von 802.11n und zum anderen an der Konstruktion des Geräts. Beim Durchsatz, den wir hauptsächlich mit dem Programm Speed Check gemessen haben, zeigte sich deutlich die Tendenz, dass das iPad selbst dem iPhone 3GS überlegen ist. Die Ergebnisse streuten jedoch enorm und sind in einer Testumgebung entstanden, die eher dem Worst Case entspricht: Der Access Point (Airport Extrem Base Station 1. Generation) lag ungünstig auf einem Boden, zwischen dem AP und den Geräten war eine Gipswand und ein Stahlträger befand sich ebenfalls zwischen den Geräten.

Auffällig war die gegenüber dem iPhone 3G und 3GS weniger starke Abhängigkeit von der Positionierung und Ausrichtung des iPads. Ob es flach auf dem Tisch lag oder in der Hand gehalten wurde: Die Ergebnisse lagen nah bei einander. Bei iPhone-Modellen kann die Ausrichtung zu verdoppelten Werten führen.

In der Praxis konnten wir die von vielen Nutzern im Internet berichteten WLAN-Probleme nicht nachvollziehen. Die jeweils angetesteten Access Points als Gegenstellen, insgesamt sieben Stück verschiedener Bauart und Hersteller, brachten ähnliche Reichweiten, wie es bei anderen WLAN-Endgeräten der Fall ist. Nennenswerte Unterschiede waren weder auf verschiedenen Bändern noch bei WLAN-Roaming festzustellen.

Apple gibt allerdings ein Problem direkt zu, das anscheinend Dual-Band-Router betrifft und empfiehlt, die beiden unterschiedlichen aufgespannten Netze des Routers nicht gleich zu benennen.

Lange Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des iPad ist beeindruckend. Uns ist es am ersten Abend nicht gelungen, das iPad bei voller Helligkeit und ständiger Benutzung leer zu bekommen. Nach ungefähr 8 Stunden Betrieb beim Ausprobieren des iPad und regelmäßiger WLAN-Aktivität waren immer noch 15 Prozent Akkuleistung vorhanden. Die versprochenen 10 Stunden, die Apple angibt, sind also realistisch und können bei wenig Last durchaus überschritten werden.

Das Aufladen des iPad bereitet allerdings Probleme. Rund sieben Stunden Ladezeit an einem aktuellen Macbook Pro 13 reichten nicht aus, um den Akku vollständig zu laden. Der Akkuladestand stieg in der Zeit von 15 auf 80 Prozent. Ältere Notebooks, die nicht weit genug über die USB-Spezifikation hinausgehen, laden das iPad unter Umständen gar nicht. USB 2.0 ist für solche Geräte eigentlich nicht geschaffen worden. Wer das iPad schnell laden möchte, sollte das mitgelieferte 10-Watt-Netzteil verwenden.

Synchronisation nur per Kabel

Aufgrund der höheren und vor allem zuverlässigeren Geschwindigkeit des iPad in drahtlosen Netzwerken bietet sich eigentlich eine drahtlose Synchronisation an, sie muss aber weiterhin über USB erledigt werden. Die Synchronisation des iPad mit einem Rechner ist immerhin ausreichend schnell. Eine 50-MByte-Filmdatei war in 5 Sekunden übertragen. In der Regel bremsen andere Faktoren die Synchronisation aus. Fotos müssen beispielsweise erst für das iPad aufbereitet werden. Dieser Prozess belastete im Test zwei CPU-Kerne vollständig. Wer zusätzlich seine Audiodateien bei der Synchronisation anpassen lässt, muss mit weiteren Verzögerungen rechnen.

Fazit

Das iPad ist zwar nicht magisch, aber trotz einiger Mängel durchaus ein beeindruckendes mobiles Gerät mit langer Akkulaufzeit. Surfen im Internet, Spielen, Fotos anschauen und Videogucken machen damit einfach Spaß. Dafür sorgen die auf ganzer Linie überzeugende Bedienung, das hochqualitative Display und die vielen interessanten Anwendungen. Als Ersatz für ein Notebook und ein Smartphone fehlt dem iPad aber zu viel - und die enge Bindung an iTunes, das weitgehend geschlossene System und die fehlende Flash-Unterstützung trüben den guten Eindruck. [von Andreas Sebayang und Christian Klaß]  (ck)


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