Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74336.html    Veröffentlicht: 08.04.2010 10:22    Kurz-URL: https://glm.io/74336

Gartner: Vor allem junge Nutzer setzen auf Touchscreens

Unternehmen greifen die Vorteile der Touchbedienung nur langsam auf

Bis zum Jahr 2015 werden mehr als 50 Prozent aller PCs, die für Nutzer unter 15 Jahren gekauft werden, Touchscreens haben. Das prognostizieren die Analysten von Gartner. Im vergangenen Jahr waren es nur zwei Prozent.

Junge Nutzer werden schnell auf Geräte mit Touchscreen umsteigen. In Unternehmen werden sich solche Geräte hingegen deutlich langsamer etablieren. Die Analysten von Gartner gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2015 weniger als zehn Prozent der PCs, die an Unternehmen für normale Fachkräfte verkauft werden, über Touchscreens verfügen.

Zwar sei die Eingabe per Fingerzeig und Stift nicht neu und in einigen Nischen seit über 20 Jahren etabliert, doch Multitouch-Smartphones wie das iPhone hätten gezeigt, dass das Bedienkonzept - richtig umgesetzt - nützlich sein kann.

Zunächst werden laut Gartner Endverbraucher zu Touchgeräten greifen und sie zur Unterhaltung und für einfache Spiele nutzen. Entsprechend seien die in diesem Jahr erscheinenden Produkte ausgerichtet. Der Nutzung von Medieninhalten wie Filmen, Zeitungen und E-Books komme eine Schlüsselrolle zu. Daher hänge der Erfolg der Geräte auch davon ab, ob es ein effizientes System zum Vertrieb solcher Inhalte geben werde.

Sollten sich Touchgeräte über die Nutzung von Medieninhalten etablieren, steige auch die Nachfrage nach Touchfunktionen für klassische PC-Applikationen. Mit sinkenden Preisen sei vor allem im Bereich Lehre mit großer Nachfrage für Touchgeräte zu rechnen.

Gegen eine rasche Verbreitung in Unternehmen spricht nach Ansicht von Gartner, dass die dort verbreiteten Applikationen keine Touchbedienung unterstützen und die Nutzer an die Mausbedienung gewöhnt sind. Daher, vermutet man bei Gartner, könnten Touchgeräte eher durch die Hintertür Einzug in Unternehmen halten: durch Mitarbeiter, die ihre privaten Geräte mitbringen.

Mit einer Killerapplikation, die den Markt von heute auf morgen umkrempelt, rechnet Gartner nicht. Vielmehr werde es eine evolutionäre Veränderung geben. In zehn bis 15 Jahren aber sei die Touchbedienung etwas ganz Natürliches.  (ji)


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