Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1004/74289.html    Veröffentlicht: 06.04.2010 15:44    Kurz-URL: https://glm.io/74289

Geminoid F - die freundlich lächelnde Roboterfrau

Robotisches Porträt einer jungen Frau kann lächeln und nicken

Vor einigen Jahren hat sich der japanische Robotiker Hiroshi Ishiguro als Roboter selbst porträtiert. Sein neuer humanoider Roboter trägt die Gesichtszüge einer jungen Frau und soll unter anderem Patienten durch freundliches Lächeln bei Untersuchungen beruhigen.

Der japanische Robotiker Hiroshi Ishiguro hat einen neuen Roboter nach menschlichem Vorbild konstruiert. Geminoid F heißt der Roboter, der nach dem Vorbild einer jungen Frau modelliert wurde. Hergestellt hat Geminoid F der japanische Roboterhersteller Kokoro.

Geminoid F kann nur sitzen

Geminoid F ist etwa 1,40 m groß und 30 kg schwer. Sie kann ihren Kopf und vor allem ihr Gesicht bewegen. Sie lächelt, nickt, zwinkert mit den Augen oder schaut böse drein. Das Mienenspiel wird von zwölf Aktoren erzeugt, die über Servoventile und einen kleinen Kompressor gesteuert werden. Allerdings kann die Roboterdame nur ihre Gesichtsausdrücke ändern. Gehen kann sie nicht.

Wie der Vorgänger Geminoid HI-1, den Ishiguro im Jahr 2006 nach seinem eigenen Abbild gebaut hat, wird auch Geminoid F ferngesteuert. Das System dafür, das laut Kokoro einfach zu bedienen sein soll, wurde am Intelligent Robotics and Communication Laboratories des Advanced Telecommunications Research Institute International entwickelt.

Robotische Zwillingsschwester

Bei einer Pressekonferenz führte das namentlich nicht genannte menschliche Vorbild den Roboter vor: Eine Kamera nahm ihre Gesichtsausdrücke auf, die über einen Computer auf den Roboter übertragen wurden. Es sei gewesen, als habe sie auf einmal eine Zwillingsschwester, zitiert die japanische Tageszeitung Mainichi Shimbun, die auch Fotos von Geminoid F veröffentlicht hat, die junge Frau.

Hersteller Kokoro sieht zwei Anwendungsbereiche für Geminoid F: So soll sie zum einen in Wissenschaftsmuseen ausgestellt werden. In der Forschung soll die Roboterdame im medizinischen Bereich eingesetzt werden: Sie soll mit Patienten kommunizieren. Tests hätten gezeigt, dass ein Roboter, der nicke und freundlich lächele, Patienten bei Untersuchungen positiv beeinflusse, sagte eine Kokoro-Sprecherin bei der Präsentation. 10 Millionen Yen, umgerechnet knapp 80.000 Euro, soll die Roboterdame kosten.

Ego-Roboter für zahlungskräftige Kunden

Ende des Jahres 2009 hatte eine japanische Kaufhauskette zahlungskräftigen Kunden das Angebot gemacht, sie könnten sich von Kokoro einen Roboter nach dem eigenen Abbild anfertigen lassen. Das Angebot umfasste allerdings nur zwei Roboter, für die Käufer jeweils 20,1 Millionen Yen, umgerechnet knapp 155.000 Euro, bezahlen sollten.

In der vergangenen Woche hatten japanische Wissenschaftler einen Roboter für Zahnmediziner vorgestellt: Der weibliche Roboter namens Hanako Showa soll angehenden Zahnärzten als Übungspatientin zur Verfügung stehen.  (wp)


Verwandte Artikel:
Ich als Roboter   
(17.12.2009, https://glm.io/71891 )
Einstein lernt lächeln   
(10.07.2009, https://glm.io/68278 )
Verbot von Kampfrobotern gefordert   
(31.03.2008, https://glm.io/58690 )
Flippy: US-Fast-Food-Kette setzt Roboter zum Burgerwenden ein   
(06.03.2018, https://glm.io/133161 )
Robotik: Defekter Robonaut kommt zurück zur Erde   
(16.02.2018, https://glm.io/132826 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/