Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/74141.html    Veröffentlicht: 29.03.2010 10:31    Kurz-URL: https://glm.io/74141

OpenAddresses.org sammelt freie geocodierte Adressdaten

Projekt sieht sich als Ergänzung zu OpenStreetMap

Das Projekt OpenAddresses sammelt geocodierte Adressdaten und stellt sie unter einer freien Lizenz zur Verfügung. Die Zuordnung von Geodaten zu herkömmlichen Adressangaben soll im großen Maßstab möglich werden, ohne dass die Daten teuer eingekauft werden müssen.

OpenAddresses entstand 2007 am Institut Vermessung und Geoinformation der Fachhochschule Nordwestschweiz, wo damals hauptsächlich Adressdaten der Schweiz erhoben wurden. Seit 2009 verfolgt das Projekt die Erhebung von Adressdaten weltweit und hat mittlerweile rund 5 Millionen Adressdaten gesammelt.

Unter OpenAddresses.org steht ein Webinterface zur Verfügung, über das jeder geocodierte Adressdaten auf einfache Weise einpflegen kann.

Vereinfacht gesagt lässt sich anhand der Daten herausfinden, wo sich die Bahnhofstrasse 10 befindet oder welche Straße und Hausnummer einem aktuellen Standort zuzuordnen ist. Solche geocodierten Adressdaten können somit genutzt werden, um bei Routinganwendungen die gesuchten Zieladressen zu finden. Unternehmen können damit ihre Kunden im räumlichen Kontext visualisieren und gegebenenfalls auch analysieren. Auch für Geomarketinganwendungen wie Standortanalysen und Planungsaufgaben werden solche Daten benötigt.

OpenAddresses will eine kostenlose und vor allem freie Alternative zu den bislang kostenpflichtigen Beständen an geocodierten Adressdaten schaffen. Die Daten können unter der Lizenz Creative Commons Attribution 3.0 unter Angabe der Quelle frei genutzt werden.

Dabei sieht sich OpenAddresses als komplementäres Angebot zu OpenStreetMap nicht als Konkurrenz: Beide Projekte basieren auf dem gleichen Grundsatz, dass räumliche Daten über das Engagement von Freiwilligen erhoben werden. Während sich OpenAddresses.org ausschließlich auf die Erhebung von geocodierten Adressdaten fokussiert, können bei OpenStreetMap auch andere räumliche Objekte wie Straßen, Flüsse oder Parks erhoben werden. Beide Projekte gleichen ihren Datenbestand regelmäßig ab.  (ji)


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