Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0004/7404.html    Veröffentlicht: 25.04.2000 13:40    Kurz-URL: https://glm.io/7404

Spieletest: Michelin Rally Masters - Grafisch hübscher Racer

Rallysimulation von Digital Illusions und Infogrames

Rallyspiele erfreuen sich am PC stetiger Beliebtheit. Mit "Michelin Rally Masters: Race of Champions" versucht sich nun Infogrames daran, die neue Genrereferenz zu erschaffen und kann dabei zumindest grafisch auf ganzer Linie überzeugen.

Michelin Rally Masters
Michelin Rally Masters
Bevor es auf die Piste geht, muss man sich zuerst für ein schnelles Rennen, einen Wettkampf oder gleich für das Rennen der Champions entscheiden. In diesem fährt man, im Viertelfinale beginnend, Duelle gegen einen per Zufall ausgewählten Konkurrenten. Dieser muss im Modus "Best of Three" geschlagen werden, damit man in die nächste Runde gelangt. Zudem kann man selbstverständlich auch einfache Rennen gegen die Uhr veranstalten.

Screenshot #1
Screenshot #1
Man kann aus insgesamt zwanzig originalgetreuen Rallyfahrzeugen auswählen, die man auf über vierzig Strecken ausprobieren kann. Dabei stehen sowohl einfache Rundkurse zur Auswahl als auch die für dieses Genre typischen längeren Etappen. Die Fahrernamen sind der Wirklichkeit entliehen, man trifft also auf bekannte Größen wie Colin McRae oder Walter Röhrl.

Screenshot #2
Screenshot #2
Insbesondere, was die Präsentation betrifft, hat Infogrames hier ganze Arbeit geleistet: Die Grafiken überzeugen durch hohen Detailreichtum und Farbenfreude. Die Hintergründe sind zwar nicht animiert, aber wunderschön anzusehen. Zudem stellt sich bereits mit einem Pentium II und entsprechender 3D-Grafikkarte, die nicht zwingend benötigt wird, ein wahrer Geschwindigkeitsrausch ein, was bei aktuellen Rennspielen auch alles andere als selbstverständlich ist.

Screenshot #3
Screenshot #3
Punktabzug gibt es allerdings in vielen anderen Kategorien: So ist die Soundkulisse aufgrund der Eintönigkeit eher lästig als realistisch, die ständig gleichen Publikumsovationen in den unmöglichsten Situationen sorgen sogar manchmal für unfreiwillige Heiterkeit. Die Steuerung spricht zudem einen Tick zu genau an, was zu ungewollter Hektik führt; hier braucht man eine gewisse Portion Gelassenheit, um sich an die übersensiblen Wägelchen zu gewöhnen.

Screenshot #4
Screenshot #4
Auch die Kollisionsabfrage gibt Grund zum Kummer. Auf manchen Kursen prallt man auf Grasbüschel, als ob es Betonwände wären und erleidet dementsprechend hohen Schaden. Die Intelligenz der Computergegner lässt ebenfalls zu wünschen übrig, da diese oftmals einfach ihre Ideallinie halten und an riskanten Überholmanövern wenig Interesse zeigen.

Fazit:
Gut, aber nicht genug, was Digital Illusions und Infogrames hier abliefern. Das wunderschöne Äußere kann leider nicht über die inneren Mängel hinwegtäuschen, die den Spielspaß doch merklich schmälern. Grafikfetischisten sollten allerdings mal eine Proberunde wagen.  (tw)


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