Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73993.html    Veröffentlicht: 22.03.2010 11:54    Kurz-URL: https://glm.io/73993

Warten auf 3D-Filme fürs Wohnzimmer

Elektronikhersteller hoffen auf breite Verfügbarkeit von 3D-Inhalten

Die ersten 3D-Fernseher und Blu-ray-3D-Player sind zu haben, aber es mangelt an 3D-Filmen - auch wenn zumindest ein Teil der 3D-Fernseher herkömmliche 2D-Filme dreidimensional erscheinen lassen kann.

Seit März 2010 sind die ersten 3D-Fernseher, Blu-ray-3D-Player und 3D-Brillen von Samsung erhältlich, in den kommenden Wochen werden weitere folgen, unter anderem von Panasonic. Da auf 3D-Filme wohl noch länger gewartet werden muss, müssen die Hersteller Bundles schnüren. Samsung legt beispielsweise eine separat erst einmal nicht erhältliche 3D-Blu-ray von Monsters vs. Aliens bei. Sony will auch eine Disc beilegen, vermutlich ebenfalls einen 3D-Animationsfilm.

James Camerons erfolgreicher 3D-Kinofilm Avatar könnte als Beigabe zwar das Kaufinteresse steigern, er wird jedoch frühestens Ende des Jahres auch als 3D-Blu-ray angeboten. Im April 2010 kommt erst einmal eine normale 2D-Version. Vermutlich wird die 3D-Version zurückgehalten, weil Avatar laut bisher unbestätigten Medienberichten im Sommer erneut und dann in einer Langfassung in die Kinos kommen soll.

Ein großer Europastart für die Blu-ray 3D wird voraussichtlich noch einige Monate auf sich warten lassen. Eine Nachfrage bei der Blu-ray Disc Association ergab zumindest, dass vor der nächsten Internationalen Funkausstellung (IFA), die vom 3. bis 8. September 2010 in Berlin stattfinden wird, noch nicht groß die Werbetrommel dafür gerührt werden soll.

Wer in Deutschland an 3D interessiert ist und nicht so lange warten will, wird wie bei der Einführung der Blu-ray erst einmal aus den USA Filme bestellen müssen. Auch dort soll es jedoch erst im Sommer losgehen mit der Blu-ray-3D-Einführung, trotz bereits erhältlicher Hardware.

Die Elektronikhersteller sind sich einig: Für einen Erfolg von 3D-fähigen Fernsehern und ihren zugehörigen Shutterbrillen sind 3D-Inhalte nötig. Laut einer Umfrage der Consumer Electronics Association (CEA) unter Kaufinteressierten wollen 65 Prozent davon 3D-Filme im eigenen Wohnzimmer sehen, 36 Prozent stereoskopische 3D-Spiele nutzen und 33 Prozent 3D-Fernsehsender empfangen.

3D-Kino weckt Interesse an 3D-Heimkino

Das Interesse an 3D im Wohnzimmer steigt laut CEA vor allem durch den Erfolg von 3D-Kinofilmen. Rund 40 Prozent der online befragten Erwachsenen, die bereits einen 3D-Kinofilm oder die 3D-Übertragung einer Veranstaltung gesehen haben, würden auch gerne zu Hause Filme und Fernsehen in 3D statt in 2D sehen. Allerdings wollen nur ein Drittel der Befragten auch alle Fernsehsendungen in 3D sehen.

Das hohe Interesse an hochauflösenden 3D-Inhalten überrasche nicht, so David Wertheimer, Leiter des Entertainment and Technology Center (ETC) der University of Southern California. Um die breite Masse ansprechen zu können, müssten jedoch erst einmal genügend 3D-Inhalte zur Verfügung stehen.

Das ETC führte die Befragung für die CEA durch. Von den befragten US-Bürgern waren innerhalb des letzten Jahres 27 Prozent im 3D-Kino, etwa die Hälfte davon bereits in mehr als einem 3D-Film und 81 Prozent zeigten sich zufrieden mit der Qualität der modernen 3D-Technik.

Wer 3D auch zu Hause will und sich einen 3D-Fernseher kauft, muss bis zum offiziellen Marktstart der Blu-ray 3D und bis zur breiten Ausstrahlung von 3D-HDTV vor allem auf Tricks der Hersteller zurückgreifen: Eine 2D-zu-3D-Umwandlung kann etwa herkömmliche DVD-, Blu-ray- und Fernsehinhalte räumlich wirken lassen - indem die Elektronik versucht, mit Bildanalyse Objekte im Vorder- und Hintergrund zu erkennen und anschließend ein 3D-Bild zu erzeugen. Das gelingt meist, aber erzielt eben nicht die aus dem 3D-Kino bekannte Tiefenwirkung.  (ck)


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