Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73976.html    Veröffentlicht: 19.03.2010 17:55    Kurz-URL: https://glm.io/73976

Handynutzung auf Europas Küstenmeeren wird einfacher

Interferenzprobleme sollen der Vergangenheit angehören

Auf Europas Küstenmeeren sollen Mobilfunkverbindungen leichter möglich werden. Die EU hat die Bestimmungen für den Betrieb von Pikozellen-Basisstationen an Bord von Schiffen vereinfacht.

Die EU-Kommission vereinfacht das mobile Telefonieren in europäischen Küstenmeeren. EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte: "Dank der neuen Vorschriften, die die Kommission gerade erlassen hat, werden mehrere Millionen Menschen, die auf Schiffen in europäischen Territorialgewässern reisen oder arbeiten, ihr Mobiltelefon ohne Interferenzprobleme benutzen können." Bordeigene Anlagen als grenzübergreifende maritime Mobilfunkanbindung sollen künftig leichter angeboten werden können, wofür die EU die Rechtssituation vereinfacht hat.

Pikozellen-Basisstationen an Bord von Schiffen können das Handy von Seereisenden und Besatzungen per Satellit mit dem landgestützten Netz verbinden. Der EU-Beschluss soll nun gewährleisten, dass die Funkfrequenzen im 900- und 1.800-MHz-Band unter harmonisierten technischen Voraussetzungen und Betriebsbedingungen zur Verfügung stehen. Die neuen EU-Regeln ersetzen 27 unterschiedliche nationale Rechtsvorschriften. Damit soll auch erreicht werden, dass bordeigene Mobilfunksysteme keine funktechnischen Störungen verursachen und Handynutzer an der Küste sich nicht unbeabsichtigt in bordeigene Systeme einbuchen.

Gleichzeitig ergeht eine Empfehlung an die EU-Staaten, in den nächsten zwölf Monaten ihre Genehmigungsverfahren für die Betreiber der Bordsysteme zu vereinfachen. Die Zulassung in einem Land soll künftig reichen, um die Anlagen in den europäischen Küstenmeeren betreiben zu dürfen. Auch die Echtzeitüberwachung transportierter Container mit durchgehender maritimer Mobilfunkanbindung werde damit möglich.

Mobilfunkservices an Bord von Schiffen (MCV-Dienste) stehen bislang in Europa nur sehr begrenzt zur Verfügung, meist nur in internationalen Gewässern. Die Kosten sind wegen der notwendigen Satellitenverbindung höher und die Kapazitäten für Datendienste geringer. Im April 2008 erließ die EU-Kommission bereits eine Reihe harmonisierter Vorschriften für den Betrieb von Mobilfunkdiensten an Bord von Flugzeugen.  (asa)


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