Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73947.html    Veröffentlicht: 18.03.2010 20:20    Kurz-URL: https://glm.io/73947

Navibot SR-8855 - Samsungs Staubsaugerroboter kommt

Ab März/April 2010 in Deutschland erhältlich

Samsung will iRobot nun auch auf dem deutschen Markt Konkurrenz machen und einen eigenen Roboter als Haushaltshilfe anbieten. Der Staubsaugerroboter Navibot SR-8855 nutzt eine Kamera und verschiedene Sensoren, um automatisch die Wohnung zu reinigen.

Der Navibot von Samsung verfügt im Vergleich zu iRobots Roombas über ein größeres Arsenal an Sensoren, um sich damit in Zimmern zurechtzufinden. Samsungs Markenzeichen ist dabei eine zur Decke gerichtete Videokamera, die dem Roboter dabei helfen soll, eine Karte der Wohnung zu erstellen und jederzeit zu erkennen, wo er sich befindet.

Rund um das Gehäuse verteilte Sensoren und eine gedrosselte Fahrgeschwindigkeit in der Nähe von Hürden sollen den Roboter davor bewahren, Hindernisse anzurempeln und Treppen herunterzufallen. Fährt er trotz seiner sieben Anti-Kollisionssensoren gegen ein Hindernis, sollen die weichen, gummierten Seiten etwa Möbelstücke vor Schäden schützen. Mit Sensoren und Kamera ist Samsungs Navibot aber kein Novum - US-Konkurrent Neato Robotics geht mit einem Laserscanner beim Neato XV-11 noch einen Schritt weiter.

Roboter mit Gedächtnis

Die gesammelten Daten werden von zwei CPUs verarbeitet - anders als bei den Roombas sollen die Navibots gezielter durch die Gegen fahren - Samsungs Gerät merkt sich, wo es bereits geputzt hat. Auf Samsungs Roadshow in Berlin war der kleine Roboter aber ähnlich wirr unterwegs wie die Roombas - was an der hohen Decke der gemieteten Fabrikhalle gelegen haben kann. In großen Wohnungen soll der SR-8855 auch aus anderen Zimmern auf direktem Wege zur Ladestation zurückfinden - und nach zweistündiger Ladezeit automatisch wieder an seiner letzten Position weitersaugen. Bis zu 250 qm soll der Staubsaugerroboter pro Tag schaffen.

Ohne Infrarottürmchen geht es jedoch auch bei Samsung nicht, die Virtual Guards des Herstellers verhindern, dass der Navibot bestimmte Bereiche reinigt oder sie nacheinander abfährt. Je nach Einstellung wird entweder ein virtueller Zaun (Virtual Fence) aufgebaut oder eine virtuelle Schranke (Virtual Guide), die sich dem Roboter erst öffnet, wenn er ein Zimmer fertig gereinigt hat.

Bodenreinigung

Zum Putzen von Ecken und schwer erreichbaren Stellen nutzt der SR-8855 zwei unter dem Gehäuse hervorschauende rotierende Seitenbürsten. Diese kehren den Schmutz unter das Gerät, wo er dann durch eine schnell drehende Bodenbürste und eine Unterdruckvorrichtung aufgesammelt wird.

Um die Bürste gewickelte Haare sollen beim Samsung-Staubsaugerroboter eher selten sein, da spezielle Plastikführungen sie in die Auffangkammer befördern. Diese lässt sich wie bei den Roombas leicht abnehmen und leeren. Ein kleiner Hepa-Filter lässt sich nach dem Herausziehen abklopfen.

Pfiffig ist eine kleine Klappe, die es ermöglicht, die Staubauffangkammer des Navibots mit einem regulären Staubsauger abzusaugen. Eine Ladestation, die den Roboter für den nächsten Einsatz automatisch leer saugt, bietet Samsung noch nicht an - anders als etwa Kärcher bei seinem deutlich teureren, aber technisch einfacheren RC 3000 Robocleaner.

Der Navibot SR-8855 soll ab Ende März/Anfang April 2010 für 699 Euro im Handel erhältlich sein.  (ck)


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