Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73936.html    Veröffentlicht: 18.03.2010 12:02    Kurz-URL: https://glm.io/73936

Astra: Satellit überholt Kabel-TV in Europa

2010 als HDTV-Jahr

Der Satellitenbetreiber Astra ist zuversichtlich, bis Ende 2010 mehr als 20 HD-Fernsehsender in Deutschland ausstrahlen zu können. Gegen Kabelnetzbetreiber, DVB-T und IPTV sieht sich Astra gut gewappnet.

Anfang 2009 waren in Deutschland über Astra-Satelliten vier HD-Sender zu empfangen. Mittlerweile sind es insgesamt 17 HD-Programme. Deutschland rückte damit laut Astra im europäischen Vergleich der "HD-Nationen" von Platz 17 auf Rang 4 vor. Bis zum Jahresende 2010 könnte die Zahl der HD-Sender laut Astra auf 20 steigen. Innerhalb Europas überträgt Astra derzeit 114 HD-Sender - bis Jahresende sollen es 120 werden.

2010 als HDTV- statt als 3D-TV-Jahr

"2010 steht klar im Zeichen von HDTV und der Siegeszug des hochauflösenden Fernsehens wird zukünftig weiter an Fahrt gewinnen. Für zusätzliche Dynamik wird perspektivisch auch das Thema 3D sorgen, hier sehen wir großes Potenzial", so Astra-Deutschland-Chef Wolfgang Elsäßer. "Auch wenn wir bereits die ersten 3D-Signale übertragen ist das aber für den deutschen Markt noch Zukunftsmusik. Für uns stehen zunächst die Digitalisierung und HDTV im Fokus."

Die Zahl der Satellitennutzer, die Fernsehsendungen digital über Astra empfangen, stieg laut Unternehmensangaben im Laufe des Jahres 2009 von rund einer Million auf 12,14 Millionen. Das entspricht 58 Prozent der 21,12 Millionen digitalen Fernsehhaushalte in Deutschland, die wiederum 56 Prozent aller hiesigen Fernsehhaushalte ausmachen - analoge und digitale Empfangswege zusammengerechnet.

Mehr Kabel- als Sat-Nutzer in Deutschland

Von den insgesamt 37,4 Millionen TV-Haushalten in Deutschland entfielen zum Jahreswechsel 16,2 Millionen auf den Empfangsweg Satellit, der damit einen Marktanteil von 43 Prozent aufweisen kann. 18,6 Millionen Haushalte, also die Hälfte, verfügten über einen Kabelanschluss. 2 Millionen, fünf Prozent, entfielen auf DVB-T, gefolgt von IPTV mit 700.000 Haushalten und einem Marktanteil von zwei Prozent.

75 Prozent der deutschen TV-Haushalte mit Sat-Empfang sind mittlerweile auf digitale Receiver umgerüstet, im Kabel soll die Quote erst bei 34 Prozent liegen. Die Ergebnisse stammen aus dem aktuellen "Satelliten Monitor", den das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag von SES ASTRA jährlich durchführt. Dazu wurden im Herbst 2009 deutschlandweit 6.000 Interviews geführt.

Satellit in Europa vor Kabel

Während der Satellitenempfang in Deutschland noch hinter dem Kabelfernsehen liegt, sieht das Verhältnis in ganz Europa anders aus. Von den 244 Millionen analogen und digitalen europäischen TV-Haushalten werden erstmals 77 Millionen über Satellit versorgt, über Kabel sind es 71 Millionen TV-Haushalte. Beide liegen hinter dem terrestrischen Fernsehempfang zurück, den 85,5 Millionen Haushalte nutzen. IPTV nutzen in Europa 9 Millionen Haushalte.

Insgesamt 60 Prozent der TV-Haushalte in Europa empfangen ihre Programme digital. Der Satellit liegt dabei mit einer Digitalisierungsrate von 92 Prozent deutlich vor der Terrestrik (48 Prozent) und dem Kabel (34 Prozent). Die letzten analogen Sender werden laut Astra-Plänen im Jahr 2012 abgeschaltet.  (ck)


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