Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73822.html    Veröffentlicht: 13.03.2010 14:43    Kurz-URL: https://glm.io/73822

Microsoft-Beschäftigte müssen iPhones verstecken

Konkurrenzprodukt ist vom Topmanagement nicht gern gesehen

IPhone-Nutzer, die für Microsoft arbeiten, haben es nicht leicht. Sie lassen das Konkurrenzprodukt lieber in der Tasche, wenn sie mit dem Chef reden. Telefongebühren erstattet der Konzern nur noch den Beschäftigen, die Windows-Mobile-Endgeräte nutzen.

Einige Microsoft-Mitarbeiter verstecken ihr iPhone auf Treffen mit ihren Vorgesetzten, oder versuchen das Smartphone durch Hüllen wie ein anderes Gerät aussehen zu lassen. Das erklärte ein Microsoft-Beschäftigter dem Wall Street Journal. Besonders Konzernchef Steve Ballmer gilt als Gegner des Apple-Smartphones auf dem Microsoft-Campus in Redmond, Washington. "Vielleicht einmal im Jahr habe ich ein Treffen mit Steve Ballmer. Ganz egal wer mich dann anruft, ich gehe nicht ans Telefon", sagte der iPhone-Nutzer der Zeitung.

Microsoft-Topmanager wie J Allard, der den Titel des Chief Experience Officer trägt und an der Produktentwicklung der Xbox beteiligt ist, nutzt sein iPhone dagegen offen.

Fast 10.000 iPhone-Nutzer holten 2009 die E-Mails von ihrem Firmenaccount auf ein iPhone, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Mitarbeiter, die die Angaben aus dem Management der Firma erfahren haben wollen. Damit wären circa 10 Prozent der weltweiten Microsoft-Belegschaft iPhone-Nutzer. Zur selben Zeit beschränkte Microsoft seine Bestimmung für die Übernahme der Netzwerkbetreibergebühren für Mitarbeiterhandys ausdrücklich auf Endgeräte mit Windows Mobile beziehungsweise das Nachfolgeprodukt.

Im März 2009 hätten sich laut dem Bericht Microsoft-Beschäftigte während einer größeren Fragerunde bei ihren Vorgesetzten erkundigt, ob die iPhone-Nutzung zur Unternehmenspolitik passe. Chief Operating Officer Kevin Turner erklärte, dass er Microsofts Salespersonal abrate, ein iPhone zu benutzen. "Und was gut für den Verkauf ist, ist auch gut für Redmond", sagte er. Ballmer habe den Standpunkt Turners bei dem Treffen unterstützt.

Microsoft verbannt Apple-Produkte jedoch nicht grundsätzlich aus dem Unternehmen, da der Softwarekonzern auch Hersteller der Mac-Version seines Büroanwendungspakets Office ist.  (asa)


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