Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0004/7382.html    Veröffentlicht: 22.04.2000 20:50    Kurz-URL: https://glm.io/7382

Blade XP - Trident stellt neue CyberBlade-Grafikchips vor

Rechtsstreit mit VIA Technologies beigelegt

Trident Microsystems meldet sich mit einigen neuen 3D-Grafikchips zurück, die sowohl für Desktop-PCs als auch für Notebooks interessant sind. Die Blade-XP-Grafikchipfamilie soll trotz hoher Grafikqualität, ansprechender Leistung und Hardware-DVD-Wiedergabe einen geringen Stromverbrauch haben.

Der 150MHz-Blade-XP-Grafikchip ist laut Trident vor allem für Niedrigpreis-Rechner gedacht, die trotz geringer Kosten eine gute 2D-, 3D- und Video-Grafikleistung benötigen. Außerdem verbraucht er nur 2,1 Watt. Der 200MHz-BladeXP-Grafikchip soll in Mainstream-Desktop-PCs für hohe Leistung sorgen. Er verbraucht laut Trident 2,8 Watt.

Die Grafikchips der Blade-XP-Familie bieten die für moderne 3D-Grafikchips mittlerweile zum Standard gehörenden Features wie eine duale Pixel-Pipeline (2 x 128bit), Single-Pass Multi-Texturing und Texturkompression. Ungewöhnlich ist hingegen die Unterstützung des DirectX-7-Features "Cubic Mapping", an dem Trident mitgewirkt hat, das bisher aber nur NVidias GeForce256-Grafikprozessor unterstützt. Damit lassen sich aufwendige Spiegelungen und Lichtbrechungen in 3D-Szenen einsetzen, was bisher jedoch nur in Demonstrations-Programmen und nicht in Spielen zu sehen ist.

Im Multimedia-Bereich scheinen die Blade-XP-Chips es mit der Konkurrenz aus Matrox, ATI und S3 aufnehmen zu wollen. So können sie neben einem Monitor gleichzeitig einen Flachbildschirm mit Auflösungen bis 1600 x 1280 Bildpunkten ansprechen. Außerdem unterstützen sie Hardware-DVD-Wiedergabe, die dank im Chip integrierter Motion-Compensation und IDCT (Inverse Discrete Cosine Transform) die Prozessorbelastung bei unter 15 Prozent halten soll. Selbst langsamere PCs werden so zum Heimkino.

Die in 0,18 Micron gefertigten Blade-XP-Chips unterstützen AGP4X und bis zu 32MB SD- sowie das schnellere SGRAM. Der 10.000er-Stückpreis des 150MHz-Blade-XP liegt bei 27,- US-Dollar, der des 200MHz-Blade-XP bei 32,- US-Dollar. Muster sind ab sofort verfügbar, die Massenfertigung beginnt im dritten Quartal 2000.

Neben den Chips hat Trident auch die Beilegung eines schwelenden Rechtsstreits mit VIA angekündigt. Trident erhält dabei 10,7 Millionen US-Dollar Lizenzgebühren für Treiber-Software. Das laufende Gerichtsverfahren soll eingestellt werden, um unnötige Kosten zu sparen.  (ck)


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