Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73670.html    Veröffentlicht: 09.03.2010 11:53    Kurz-URL: https://glm.io/73670

Hanvon zeigt iPad-Konkurrent mit Windows 7

Tablets mit Celeron- oder Atom-Prozessor

Zwei Windows-basierte Tablets hat der E-Book- und Zeichentablet-Hersteller Hanvon auf der Cebit ausgestellt. Die Tablets im Slate-Format wiegen unter einem Kilo und bieten Multitouch an.

Hanvon ist eigentlich eher bei E-Book-Readern und Zeichentablets aktiv. Auf der Cebit 2010 hat das Unternehmen seine Versionen eines iPad-Konkurrenten vorgestellt. Die zwei Modelle benutzen ein installiertes Windows und setzen auf konventionelle x86-Hardware aus dem CULV- und Netbook-Lager.

Besonders interessant ist das Touchpad Tablet genannte Gerät, ein 10-Zoll-Tablet (1.024 x 600 Pixel) mit einem kapazitiv arbeitenden Panel, das bis zu zwei Finger erkennen kann. Damit sind Gesten wie Spreizen oder Drehen auf dem Display möglich. Aber auch die virtuelle Tastatur lässt sich wie eine echte bedienen, etwa beim Drücken der Umschalttaste und eines Buchstabens gleichzeitig. Alternativ gibt es eine kleine optische Maus in der rechten unteren Ecke des Geräts. Vergleichbar ist das mit dem Thumb-Glide-Point von Fujitsu. Weitere Eingabemöglichkeiten bieten fünf einstellbare Tasten.

Das Touchpad Tablet besitzt eine Hochglanzoberfläche. Dementsprechend war das Standpersonal von Hanvon regelmäßig damit beschäftigt, die Geräte zu putzen. Aufgrund der hellen Stand- und Hallenbeleuchtung zeigten sich die Schwächen des zumindest in der Halle dunklen und nicht gerade blickwinkelstabilen Panels. Fürs Wohnzimmer dürfte es aber ausreichen, sofern der Anwender keine Lampe oder hell beleuchtete Wand im Rücken hat.

Die Hardwareplattform basiert auf Intels CULV-CPUs, also besonders sparsamen Prozessoren, die früher in Subnotebooks der Oberklasse verbaut wurden. Im Falle des Tablets ist es ein Celeron M 743 mit 1,3 GHz, dem der GS45-Chipsatz mit integrierter Grafik sowie 2 GByte RAM zur Seite stehen. Das Tablet ist also deutlich schneller als eine Netbook-Plattform. Auf der 250 bis 350 GByte großen 2,5-Zoll-Festplatte installiert Hanvon Windows 7 Home Premium in der 32-Bit-Version. Außerdem gibt es vom Hersteller eine Texterkennungssoftware, die das Tablet-PC-Input-Panel von Windows ergänzt, und eine E-Book-Reading-Software. Partner, die Bücher anbieten, gibt es derzeit nur in Asien.

Bei der Ausstattung bietet das Touchpad Tablet verglichen mit dem iPad eine große Auswahl: Es gibt unter anderem einen HDMI-Monitor-Ausgang, eine 1,3-Megapixel-Kamera, zwei USB-Anschlüsse, Audioanschlüsse und einen Kartenleser für SD-Speicherkarten. Drahtlos kommuniziert das Gerät per Bluetooth 2.1+EDR und WLAN 802.11b/g. Eine 3G-Option für ein WWAN-Modem soll es auch geben.

Das zweite Gerät ist das Pen-Digitizer Pad von Hanvon. Es wirkt ein wenig klobiger und bietet ein anderes Innenleben mit Intels Atom Z530 (1,6 GHz), der deutlich langsamer ist als Intels Celeron M 743 mit 1,3 GHz, und dem US15W mit dem schwachen, aber immerhin HD-fähigen Grafikkern GMA 500. Die RAM-Ausstattung ist mit 1 GByte auch kleiner als beim Touchpad Tablet. Die Festplatte ist ein 1,8-Zoll-Laufwerk mit 120 GByte und 4.200 U/Min. Außerdem wird nur Windows XP Home Premium installiert. Multitouch bietet das Display nicht, dafür ist ein Digitizer verbaut, der Stifteingaben ermöglicht. Die restliche Ausstattung ähnelt größtenteils dem Touchpad Tablet.

Das Gewicht des Touchpad Tablets ist abhängig vom Gehäuse, es soll um die 900 Gramm betragen. Zur Auswahl stehen ein Aluminiumgehäuse, ein Kohlenstofffasergehäuse oder eines aus Kunststoff. Beim Pen-Digitizer Pad sind es 600 bis 800 Gramm mit derselben Auswahl an Gehäuserückseiten.

Hanvon gibt für das Tablet mit Celeron-CPU eine Laufzeit von etwa 3 Stunden an. Beim Atom-Tablet gibt es diese Angabe noch nicht.

Die Geräte sollen in den kommenden Monaten auf dem deutschen Markt erscheinen und preislich im Bereich von 500 bis 700 Euro liegen.  (ase)


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