Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73600.html    Veröffentlicht: 04.03.2010 11:54    Kurz-URL: https://glm.io/73600

Test: Nintendo DSi XL - andere Zielgruppe im Visier

Neue Version der mobilen Daddelkiste besonders für erwachsene Spieler

"Gameboy für Senioren": So lästern viele Spieler seit der Ankündigung von Nintendos extragroßem Handheld DSi XL. Nun kommt das Gerät auf den Markt - und es stellt sich heraus, dass es nicht besser oder schlechter ist als sein kleiner Bruder, sondern schlicht etwas anders.

Der Trend geht zu immer kleinerer Technik - das mag für den Großteil insbesondere von mobilen Endgeräten stimmen. Nintendo stemmt sich dagegen und veröffentlicht mit dem Handheld DSi XL eine etwas größere Ausgabe seiner legendären Daddelkisten für unterwegs. Zielgruppe sind laut dem Unternehmen ältere Spieler und Spielerinnen, die auf dem Handheld zum einen spielen, zum anderen per WLAN surfen oder ein E-Book lesen möchten. Kein Wunder, dass Nintendo zeitgleich mit dem XL ein Modul mit dem Titel "Bibliothek der klassischen Bücher" veröffentlicht, auf dem sich speziell angepasste, lizenzfreie Werke der Weltliteratur wie Faust, Die Marquise von O., Der Prozess und Nathan der Weise befinden. Dazu passt aber auch, dass der XL, anders als der bislang erhältliche DSi, seinen Webbrowser bereits vorinstalliert hat.

Das Wachstum des DSi XL macht sich besonders bei den beiden Bildschirmen bemerkbar: Ihre Diagonale legt gegenüber dem DSi von 3,25 auf 4,2 Zoll zu - statt 8,41 sind sie also 10,59 Zentimeter groß. Bei der Auflösung hat sich nichts verändert, die Anzahl der Bildpunkte bleibt unverändert. Trotzdem fühlte es sich angenehmer an, auf dem größeren Display zu spielen: Details sind besser zu erkennen, Spiele wie Mario Kart wirken näher.

Die Außenmaße legen ebenfalls deutlich zu, der XL hat eine Breite von 16,1 sowie eine Höhe von 2,1 und eine Tiefe von 9,1 cm. Beim Standard-DSi betragen diese Abmessungen 13,7 x 1,9 x 7,5 cm. Der Nintendo DSi XL wiegt 314 Gramm und ist damit 96 Gramm schwerer als ein Standard-DSi. Das klingt unspektakulär, entspricht aber ungefähr dem Gewicht eines zusätzlichen Handys und ist in der Tasche spürbar.

An der Bedienung des Geräts hat sich nichts Grundsätzliches geändert, allerdings verfügen die Tasten über leicht erweiterte Abstände und sind deshalb mit großen Händen besser zu bedienen; Kinder könnten da schon Probleme bekommen. Ebenfalls angenehm: Der Klappmechanismus verfügt über eine zusätzliche Rasterposition, das Bild ist dank überarbeiteter Displaytechnik aus einem deutlich weiteren Blickwinkel heraus gut zu sehen. Wenn mehrere Menschen um ein DSi herum sitzen, spielt das eine Rolle.

Deutlich zugelegt hat auch der Akku: Der im XL hat eine Kapazität von 1.050 mAh, beim DSi sind es nur 840 mAh. Damit verlängert sich die Laufzeit von 4 Stunden und 30 Minuten auf 7 Stunden und 15 Minuten.

Der Nintendo DSi ist zum Start in Deutschland in einer dunkelbraunen und einer bordeauxroten Version erhältlich. Anders als sein kleineres Gegenstück ist er zum Teil mit einer Art Klavierlack überzogen - schick, aber eine Falle für Fingerabdrücke. Der Sound des internen Lautsprechers ist dank der überarbeiteten Schallausgänge etwas besser. Neben dem normalen Stylus liegt dem XL ein recht großer und angenehm schwerer Stylus in Kugelschreiberform bei, der sich allerdings nicht im Gehäuse unterbringen lässt. Der Nintendo DSi XL ist ab 5. März 2010 für rund 180 Euro erhältlich.

Fazit

Sensationen sehen anders aus: Unter dem Strich ist der Nintendo DSi XL gar nicht so viel anders als ein Standard-DSi. Trotzdem ist das neue Gerät für bestimmte Zielgruppen eine sinnvolle Alternative. Die größeren Bildschirme sind spürbar - wer eine Zeit lang auf dem XL gespielt hat und dann zurück zum kleinen Bruder wechselt, merkt den Unterschied besonders deutlich. Wer vor allem zu Hause mit dem Handheld interagiert, viel liest und surft oder sich in geselliger Runde damit beschäftigt, sollte den XL unbedingt in Betracht ziehen. Wer hingegen viel mit dem Nintendo unterwegs ist, greift besser zum bewährten DSi, denn die vergrößerten Ausmaße und das zusätzliche Gewicht machen sich schon im Stadtverkehr deutlich bemerkbar.  (ps)


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