Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73516.html    Veröffentlicht: 02.03.2010 10:41    Kurz-URL: https://glm.io/73516

Opera 10.50 für Windows: Fertige Version ist da

Deutlich höhere Geschwindigkeit dank neuer Javascript-Engine

Nachdem Opera von Sonntagfrüh bis Montagabend insgesamt fünf Release Candidates von Opera 10.50 für Windows veröffentlicht hatte, steht nun die finale Version als Download zur Verfügung. Mit einer beschleunigten Rendering Engine und einer optimierten Javascript-Engine will sich Opera 10.50 wieder den Titel schnellster Browser sichern.

Carakan, die neue Javascript-Engine in Opera 10.50, soll im Alltagsbetrieb ungefähr 3,5-mal schneller sein als die bislang verwendete Javascript-Engine Futhark von Opera 10.10. Carakan verwendet eine Bytecode-Execution-Engine, die nicht mehr stack-, sondern registerbasiert mit fester Blockgröße arbeitet und dadurch deutlich schneller sein soll. Da Werte nicht mehr auf und von Stacks kopiert werden müssen, sind weniger Befehle für die Ausführung erforderlich und weniger Daten müssen kopiert werden.

Ferner nutzt Opera Native-Code-Generation, so dass Javascript in nativen Code übersetzt wird, der deutlich schneller ausgeführt werden kann. Der dabei notwendige Register-Allokator arbeitet unabhängig von der verwendeten Prozessorarchitektur. Nativer Code kommt zudem bei der Ausführung regulärer Ausdrücke zum Einsatz, was die Suche nach Mustern beschleunigen soll. Ferner nutzt Carakan eine automatische Objektklassifizierung, bei der ECMAScript-Objekten Klassen zugewiesen werden. Dadurch lassen sich einzelne Objekte kompakter speichern, denn die komplexen Teile werden in der Klasse abgelegt.

Ferner bietet Opera 10.50 mit Vega eine neue Grafikbibliothek, die alles übernimmt, was der Browser auf dem Bildschirm anzeigt. Das soll dem Browser ebenfalls eine höhere Geschwindigkeit bescheren. Prinzipiell umfasst Vega auch eine Hardwareunterstützung, die allerdings auch in der Finalversion der neuen Opera-Version noch nicht aktiviert ist. Wann die Hardwarebeschleunigung mit OpenGL- und Direct3D-Unterstützung folgt, ist nicht bekannt. Opera will mit der Integration warten, bis Webseiten mit entsprechend komplexen Grafiken zur Verfügung stehen.

Die Rendering-Engine Presto 2.5 unterstützt die CSS3-Funktionen Transitions, Transforms, Border-Radius-Property sowie Backgrounds und Borders. Außerdem sind HTML5-Funktionen wie Persistent Storage, Video und Param integriert. Die Videounterstützung erlaubt auch die Wiedergabe, während das Video noch heruntergeladen wird. Von der Konkurrenz übernommen hat Opera einen Privatsurfenmodus und ihn in den Browser integriert. Wird eine Browserinstanz oder ein Browsertab in diesem Modus verwendet, werden weder Cookies noch besuchte Webseiten gespeichert. Die aufgerufenen Webseiten hinterlassen also keine Spuren im Browser.

Zudem wurde die Bedienoberfläche überarbeitet. Alle Menüfunktionen wurden in ein O-Symbol integriert, das für Opera steht. Damit erhält der Nutzer mehr Platz für die Seiteninformationen. Bei Bedarf kann die bisherige Menüleiste aber auch wieder eingeblendet werden. Mit Opera 10.50 arbeiten alle Dialogboxen nonmodal, der Nutzer kann also bei geöffneten Dialogen mit dem Browser weiterarbeiten.

Zudem wurde Opera 10.50 an Windows 7 angepasst und unterstützt die Sprunglisten, Aero Peek sowie die Tabvorschau von Microsofts Betriebssystem. Opera unterstützt seit langem Widgets, aber bislang waren diese an den Browser gekoppelt. Nun können Widgets unabhängig vom Browser verwendet werden. Zudem unterstützt Opera 10.50 Web Storage sowie Web SQL Database.

Zu den kleineren Verbesserungen gehört eine bessere Struktur bei der Autovervollständigung im Adress- und Suchfeld. In beiden Feldern lassen sich unerwünschte Einträge nun bequem entfernen. Überarbeitungen erfuhr auch der Kennwort-Manager sowie die Suchfunktion innerhalb von Webseiten. Gefundene Treffer in Webseiten werden nun deutlicher als bisher hervorgehoben.

Opera 10.50 steht für die Windows-Plattform kostenlos als Download zur Verfügung. Die Versionen für Linux und Mac OS befinden sich noch in der Entwicklung. Wann die fertige Version von Opera 10.50 für diese Plattformen erscheint, hat der Hersteller bislang nicht verraten.

Die große Eile kurz vor der Fertigstellung von Opera 10.50 ist möglicherweise mit der am gestrigen 1. März 2010 in Großbritannien, Belgien und Frankreich gestarteten Browserwahl in Windows zu erklären. Denn Opera 10.50 rüstet einige Funktionen nach, die Nutzer des Internet Explorer 8 schon gewohnt sind. Dazu gehören der Privatsurfenmodus und die Möglichkeit, einzelne Einträge aus dem Adresssfeldverlauf zu entfernen. In Deutschland wird die Browserwahl am 17. März 2010 nachgereicht. Ein Update für Windows soll die Browserwahl dann integrieren und gilt für alle Windows-Nutzer, die den Internet Explorer als Standardbrowser verwenden. Sie erhalten dann einen Hinweis, dass es weitere Browser für Windows gibt und bekommen die Alternativen aufgelistet. Dazu gehört neben Firefox, Safari und Chrome auch Opera.  (ip)


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