Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73514.html    Veröffentlicht: 02.03.2010 10:06    Kurz-URL: https://glm.io/73514

Call of Duty: Chefs wegen "Insubordination" gefeuert (Upd.)

Breitschultrige Unbekannte tauchen ohne Begründung bei Infinity Ward auf

Die Pflicht ruft nicht mehr für Jason West und Vince Zampella: Die beiden Chefs von Infinity Ward, dem Studio hinter Call of Duty, sollen von Activision Blizzard wegen Vertragsverletzung und Gehorsamsverweigerung unter angeblich spektakulären Umständen entlassen worden sein.

Es klingt wie ein PR-Gag, ist es aber nicht: Jason West und Vince Zampella, die beiden Chefs des hinter der Reihe Call of Duty steckenden Entwicklerstudios Infinity Ward, wurden offenbar von Studioeigner Activision Blizzard entlassen. In einer offiziellen Mitteilung an die US-Börsenaufsicht schreibt der Publisher: "Das Unternehmen untersucht eine interne Personalangelegenheit, bei der es um Vertragsverletzung und Insubordination (Gehorsamsverweigerung) von zwei leitenden Angestellten bei Infinity Ward geht. Die Angelegenheit führt wahrscheinlich zu Rechtsstreitigkeiten und dazu, dass wichtige Mitarbeiter gehen". Ob mit dieser Pflichtmeldung tatsächlich West und Zampella gemeint sind, ist nicht sicher, aber wahrscheinlich.

Laut Meldungen amerikanischer Medien berichten Mitarbeiter bei Infinity Ward, West und Zampella hätten eine morgendliche Besprechung mit Vertretern von Activision gehabt. Seitdem seien sie nicht mehr gesehen worden. Im Tagesverlauf seien auffällig breitschultrige Männer in Zivil in das Entwicklerstudio gekommen, die jede Begründung für ihr Erscheinen verweigert hätten. Jason West bezeichnet sich in Profilen auf sozialen Netzwerken mittlerweile als "arbeitslos".

Die Hintergründe der Vorgänge sind unklar. Wahrscheinlich geht es darum, welches Studio künftig an welcher Fortsetzung von Call of Duty arbeitet. Das Team bei Treyarch - bereits zuständig für den Ende 2008 veröffentlichten Teil 5 - arbeitet an Teil 7, der wohl Ende 2010 erscheint und Gerüchten zufolge in einem Kalter-Krieg-Szenario spielt. Außerdem produziert laut Activision Blizzard ein bislang ungenanntes Team einen weiteren Beitrag zu der Serie. Infinity Ward wiederum wollte unbestätigten Meldungen zufolge eigentlich nicht einfach eine Fortsetzung programmieren, sondern entweder einen Ausflug in ein anderes Szenario versuchen, oder ein großes Onlinespiel rund um Call of Duty stricken - was möglicherweise beides nicht zu den Wünschen von Activision gepasst hat.

Nachtrag vom 02. März 2010 um 17.30 Uhr:

Mittlerweile hat auch Studiochef Vince Zampella sein Profil im sozialen Netzwerk Linkedin geändert. Er nennt Infinity Ward jetzt nicht mehr als seinen Arbeitgeber, sondern lässt den Eintrag offen - was offensichtlich bedeutet, dass er bei dem Entwicklerstudio nicht mehr tätig ist. Zampella gilt als einer der "Väter" von Call of Duty, der besonders großen Einfluss auf die Reihe gehabt hat.  (ps)


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