Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73506.html    Veröffentlicht: 02.03.2010 06:01    Kurz-URL: https://glm.io/73506

Nvidias Ion 2: Zwei Versionen für Netbooks und Desktops

Neue GPU mit Optimus-Technik für Atom-Plattformen

Nvidia hat die lange erwartete Grafiklösung Ion 2 vorgestellt. Sie ist kein Chipsatz mehr, sondern eine GPU, die mit Intels neuer Atom-Plattform Pine Trail verbunden ist. Zwischen dem Ion und der Intel-Grafik kann nahtlos gewechselt werden.

Mit seiner neuen Plattform "Pine Trail" hat Intel die Grafik in den Prozessor integriert. Wesentlich schneller geworden ist sie damit jedoch nicht, und auch HD-Videos überfordern Atom-Kern und Grafiklösung. Intel empfiehlt daher externe HD-Decoder, beispielsweise von Broadcom. Damit ist jedoch eine andere Funktion noch nicht nachgerüstet: HDMI sieht Intel für Netbooks weiterhin ausdrücklich nicht vor.

HD-Beschleunigung, HDMI und auch bessere Spieleleistung ließen sich auch schon bisher über Nvidias Ion-Plattform nachrüsten, deren Chipsatz als Geforce 9400M auch in ausgewachsenen Notebooks verbaut wird. Für Ion 2 stand Nvidia aber vor einem Problem: Da die Grafik in der CPU sitzt und auch der Intel-Chipsatz NM10 nur aus einem Baustein besteht, war ein kompletter Chipsatz nicht mehr so einfach mit dem Rest des Systems zu verbinden wie bisher.

Die Lösung ist ein Ion 2, der nur noch aus einer GPU besteht. Die I/O-Funktionen des Chipsatzes stellt weiterhin Intels NM10 zur Verfügung. Zwischen der integrierten Grafik und der GPU wird zudem über Optimus umgeschaltet. Hinter dem Namen verbirgt sich Nvidias Technik, welche den Start von DirectX-Anwendungen erkennt und dann eine diskrete GPU statt der integrierten Grafik verwendet.

Für die Hersteller von Atom-PCs, gleich ob Netbook oder einfacher Desktop, ist Optimus auch mit dem Ion 2 einfach zu integrieren, weil die integrierte Grafiklösung als Framebuffer verwendet wird. Zusätzlich bietet die GPU selbst dann einen HDMI-Port, wie schon bei Netbooks mit dem ersten Ion.

Die neue GPU ist laut Nvidias Angaben in der 3D-Leistung mit 3DMark06 rund 50 Prozent schneller geworden als beim ersten Ion, und mit 3DMark Vantage sogar doppelt so schnell. Bei seinen Messungen hat Nvidia allerdings einen Dual-Core-Atom verwendet. Zudem fehlt in den Diagrammen des Chipherstellers die Angabe, um welchen der neuen Ions es sich handelt.

Ion 2 wird nämlich in zwei grundverschiedenen Versionen erscheinen: mit 16 Rechenwerken für Desktops und Netbooks mit 12-Zoll-Display und mit acht Einheiten für 10-Zoll-Netbooks. Ob und wie die PC-Hersteller darauf hinweisen, ist noch ungewiss. Das kleinere Modell dürfte aber mit halb so vielen Rechenwerken deutlich langsamer werden. Legt man für Nvidias eigene Benchmarks das größere Modell zugrunde, so dürfte der Ion 2 mit acht Recheneinheiten bei Spielen sogar langsamer als der erste Ion sein.

Das wirkt sich jedoch nur auf Spiele aus, für die Videobeschleunigung und HDMI-Funktionen sind die Auswirkungen weniger drastisch. Schon der erste Ion war mit Blu-ray-Codecs höchstens zu 30 Prozent ausgelastet.

Nvidia erwartet bis zum Sommer 2010 rund 30 Geräte mit dem neuen Grafikprozessor, den Auftakt machen die Netbooks Acer Aspire One 532G (10 Zoll) und Asus Eee PC 1201PN (12 Zoll). Auch Nettops von Asus und Zotac sollen bald mit der neuen Lösung auf den Markt kommen, ebenso wie All-in-One-Rechner. Bei allen diesen Geräten gilt es aber, wenn Spieleleistung wichtig ist, nach der Zahl der Recheneinheiten oder in Nvidia-Nomenklatur "CUDA Cores" zu fragen.  (nie)


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