Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73494.html    Veröffentlicht: 02.03.2010 09:33    Kurz-URL: https://glm.io/73494

Chrome - Google schafft eindeutige ID ab

Google gibt sich beim Datenschutz lernfähig

Google reagiert auf Bedenken, die seinem Browser vor allem in Deutschland in Bezug auf den Datenschutz entgegengebracht werden. Künftig verzichtet Google auf eine eindeutige ID. Bislang übermittelt der Browser eine solche ID an den Updatedienst.

Vor allem die Tatsache, dass Google seinen Browser mit einer eindeutigen ID versieht, hat hierzulande für Diskussionen gesorgt. Das schlägt sich auch auf die Nutzung des Browsers nieder, der in Deutschland seltener eingesetzt wird als in anderen Ländern.

Als Reaktion darauf will Google künftig auf die eindeutige ID verzichten.

Google hatte schon bisher betont, dass die bei Chrome genutzte ID nicht mit Nutzerdaten verknüpft wird. Sie werde lediglich genutzt, um die Zahl der Chrome-Nutzer zu zählen. Darauf aber wird Google in Zukunft verzichten. Es setzt stattdessen auf neue Algorithmen, mit denen sich die Zahl der Nutzer recht präzise schätzen lässt.

Ab sofort steht eine entsprechende geänderte Betaversion von Chrome 4.1 zum Download bereit. Zu Testzwecken sind sowohl die ID als auch die neuen Zählmethoden integriert. Nach Anschluss des Tests soll die ID deaktiviert werden, künftig wird nur noch auf die Schätzmethoden zurückgegriffen.

Ganz ohne ID kommt Google aber nicht aus. Zu Marketingzwecken wird es weiterhin eine Browserkennung geben, aber nur in Versionen von Chrome, die über Googles Vermarktungspartner angeboten werden. Diese Kennung ist zudem nicht auf einzelne Nutzer bezogen, sondern sie ist über mehrere Nutzer hinweg identisch. Denn diese Information dient nur dazu, Googles Vermarktungspartner zu vergüten. Wer Chrome direkt bei Google herunterlädt, soll in Zukunft einen Browser ganz ohne eindeutige ID oder Browserkennung erhalten, verspricht das Unternehmen.

Darüber hinaus will Google die Arbeitsweise der Software transparenter machen. In Whitepapern und Videos erklärt es, wann welche Daten an Google übertragen werden.

Auch die Datenschutzeinstellungen in Chrome baut Google aus: Künftig lassen sich Javascript und Plugins für einzelne Seiten aktivieren, was heute schon im Chrome-Dev-Channel möglich ist. Zudem können Nutzer die Software so einstellen, dass sie Cookies nach jeder Session löscht.

Darüber hinaus führt Google mit der Beta von Chrome 4.1 eine automatische Übersetzungsfunktion für Webseiten ein. Die Funktion nutzt Google Translate, um Webseiten aus Sprachen, die nicht der im Browser eingestellten entsprechen, in diese zu übersetzen.

Die neue Beta von Google Chrome steht ab sofort unter google.com zu Download bereit.  (ji)


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