Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1003/73465.html    Veröffentlicht: 01.03.2010 11:36    Kurz-URL: https://glm.io/73465

Murdoch: Kampf gegen Google auch per Klage

Murdoch will, dass Google für Inhalte zahlt

Der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch würde notfalls auch gerichtlich gegen Google vorgehen. Das verlautete aus seinem Medienunternehmen News Corporation. Murdoch meint, das Angebot Google News sei Diebstahl seiner Inhalte.

Der Kampf des Mediengroßunternehmers Rupert Murdoch gegen das Internetunternehmen Google könnte bald in eine neue Runde gehen: Der Australier erwägt, gerichtlich gegen Google vorzugehen. Das berichtet das New York Magazine unter Berufung auf eine hochrangige Quelle in Murdochs Medienkonzern News Corporation. Die Zeitschrift porträtiert Murdoch in ihrer aktuellen Ausgabe.

Diebstahl von Inhalten?

Murdoch betrachtet den Nachrichtenaggregator Google News als Bedrohung für sein Unternehmen. Seiner Ansicht nach nutzt Google Inhalte seines Unternehmens unrechtmäßig: Google glaube das Recht zu haben, "unsere Nachrichten zu nehmen und für seine eigenen Zwecke zu nutzen, ohne auch nur einen Penny zu ihrer Erstellung beizutragen", hatte der Verleger Ende 2009 auf einer Veranstaltung gesagt. "Um es mal unhöflich auszudrücken: Das ist Diebstahl."

Logischer Schluss: Google solle für das Indizieren von Inhalten der News-Corporation-Medien, darunter beispielsweise das Wall Street Journal, bezahlen, fordert Murdoch. Google lehne das kategorisch ab, sagte Josh Cohen, der Leiter von Google News, dem New York Magazine.

Google soll draußen bleiben

Murdoch erwägt deshalb, Google von seinen Angeboten auszuschließen, so sagte er es im Herbst 2009 dem australischen Fernsehsender Sky News. Als Alternative plant er eine Kooperation mit dem Softwarekonzern Microsoft und dessen Suchmaschine Bing. Zudem sollen die Inhalte seiner Medien künftig kostenpflichtig sein.

Auch einen Projektnamen gebe es schon für die Offensive gegen Google und die kostenlosen Inhalte, so das New York Magazins: Projekt Alesia heiße sie intern, benannt nach jenem Ort in Frankreich, an dem Cäsar im Jahr 52 vor unserer Zeitrechnung den entscheidenden Sieg über die Gallier errang.

Bereit zur Klage

Sollten die Verhandlungen mit Google über einen Ausschluss oder die Bezahlung scheitern, wolle Murdoch auch vor Gericht ziehen, berichtet die Zeitschrift. "Er hat sich so sehr über Google aufgeregt, dass er sogar bereit ist, das Unternehmen zu verklagen", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der News Corporation, der kürzlich persönlich mit Murdoch über das Thema gesprochen hatte. "Er traut Google überhaupt nicht."

Dass es tatsächlich dazu kommt, dürfte eher unwahrscheinlich sein. Google räumt Anbietern wie Verlagen die Möglichkeit ein, ihre Inhalte aus dem Suchindex zu entfernen, wenn sie das wollen. Als weiteres Zugeständnis an Verlage hat Google im Dezember 2009 sein Angebot 'First Click Free' modifiziert. Darüber können Nutzer Artikel, die sie über Google News oder die Google-Suchmaschine finden, auch dann lesen, wenn sie nur für registrierte oder zahlende Nutzer zugänglich sind. Künftig sollen nichtregistrierte Nutzer am Tag nur noch fünf Artikel aus einer bestimmten Zeitung abrufen können. Dann müssen sie sich registrieren oder ein Abonnement abschließen.  (wp)


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