Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1002/73299.html    Veröffentlicht: 22.02.2010 13:35    Kurz-URL: https://glm.io/73299

Panopticlick: EFF studiert Browserspuren im Internet

Browsereigenschaften können Benutzer eindeutig identifizieren

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) untersucht, inwieweit eine Person über die Informationen eindeutig identifizierbar ist, die der von ihr verwendete Browser preisgibt. Grundlage der Forschungsprojekts ist die empirische Überlegung, das etwa 33 Bit an Informationen genügen, um die Identität eines jeden der etwa 7 Milliarden Menschen auf der Erde exakt zu bestimmen.

Das EFF untersucht dabei die Informationen, die der Browser selbst im Internet veröffentlicht, auch bei ausgeschalteten Cookies. Über das sogenannte Browser-Fingerprinting werden unter anderem die Browserversion, Informationen über installierte Plugins und Konfiguration veröffentlicht. Bei einer Informationsfülle von 33 Bit sei der Benutzer des Browsers weltweit eindeutig erkennbar, so die Theorie.

Auf der Webseite des Projekts wird auf Wunsch ermittelt, welche Informationen der jeweilige Browser preisgibt. Dort sind ebenfalls nähere Informationen zur Methodologie der Erhebung und Tipps zur Verschleierung des Browser-Fingerprinting zu finden.

Als Gegenmaßnahme listet das Projekt an erster Stelle die Abschaltung von Javascript. Allerdings ist die Skriptsprache für die Darstellung etlicher Webseiten unabdingbar und damit bleibt dessen Abschaltung unpraktikabel. Für den Browser Firefox empfiehlt die EFF die Verwendung der Plugins Noscprit und Adblock Plus. Noscript sei aber schwierig zu konfigurieren und Adblock Plus nicht effektiv genug. Wer ganz sicher keine Spuren mit dem Browser hinterlassen will, sollte sich über das anonyme Tor-Netzwerk im Internet bewegen, was allerdings eine Geschwindigkeitseinschränkung bedeutet. Als praktikable Lösung empfiehlt das Projekt die Verbesserung des in einigen Browsern verwendeten privaten Modus, um die gewünschte Anonymität zu gewährleisten.  (jt)


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